Wildtierkorridore - Schutzgebiete - Biodervisität - Wildkatzenprogramm

Das Projekt Connecting Nature Österreich - Tschechien (kurz: ConNat AT-CZ) hat allgemein zum Ziel, im Sinne der EU-Strategie zur Grünen Infrastruktur, eine großräumige Lebensraumvernetzung zwischen den NÖ Kalkalpen, Waldviertel, Weinviertel, den Böhmisch-Mährischen-Höhen bis zu den Karpaten zu sichern und die Kernlebensräume durch abgestimmte Maßnahmen zu erhalten. Damit sollen Natura 2000 Schutzziele umgesetzt und die Biodiversität, wichtige Ökosystemdienstleistungen der Landschaft, sowie attraktiver Erholungsraum für die Bevölkerung gefördert werden. ExpertInnen aus Naturschutz, Wildtierökologie und Regionalplanung arbeiten grenzüberschreitend an:

  • einem Aktionsplan zur Sicherung von Wildtierkorridoren
  • Moorkonzepten und -renaturierung
  • der Verbesserung der Biodiversität in Waldlebensräumen und einem Bestandsstützungskonzept für Wildkatzen in den Nationalparks Thayatal und Podyjí
  • einem Austausch der beteiligten Regionen im praktischen Schutzgebietsmanagement

Projektmaßnahmen

1. Lebensraumvernetzung und Verknüpfung von Wildtier-Migrationskorridoren zwischen Tschechien und Österreich

Lebensraumvernetzung und Wildtierkorridore verlaufen über Staatsgrenzen. Das Projekt schafft die Grundlage für Grüne Infrastruktur und Wildtierkorridore in 4 Kreisen bzw. Bundesländern auf ca. 10.000 km2 Fläche, grenzüberschreitend. In 2 Beispielgebieten in Niederösterreich sollen bereits Maßnahmen zur Verbesserung umgesetzt werden. Die Aktivitäten wirken der aktuellen Problematik der Landschaftsfragmentierung durch Straßen, Siedlungsräumen und intensiver Landwirtschaft entgegen. Davon profitieren zum Teil seltene Wildtierarten wie Elch, Hirsch, Wildkatze und Luchs und auch zahlreiche kleinere Arten. Es trägt wesentlich zur Vernetzung großer Kernlebensräume Mitteleuropas (Alpen, Böhmer Wald, Böhmisch-
Mährische Höhen, Karpaten) bei, fördert Ökosystemservices u. Erholungsraum.

2. Grenzüberschreitender Schutz und Maßnahmen in Mooren

Ziel ist es, der Degradierung der Moore im gemeinsamen Landschaftsraum Waldviertel und Südböhmen entgegenzuwirken. So kann Wesentliches zur Aufrechterhaltung der Biodiversität und der von Mooren bereitgestellten Ökosystemdienstleistungen beigetragen werden. Moorschutzmaßnahmen sichern Lebensräume für rund 50 hochspezialisierte, gefährdete Hochmoorarten (Sonnentau, Torfmoose, Schmuckalgen, usw.).
Aktivitäten:

  • Moorentwicklungskonzept Waldviertel, Moorschutzdatenbank
  • Inventarisierung der Torfabbaustätten - Entwicklung einer Strategie für deren Renaturierung im Treboner Becken
  • Grenzüberschreitender Austausch im Zuge von gemeinsamen Exkursionen der Partner
  • Umsetzungskonzepte in AT für 7 Moore im Waldviertel
  • Umsetzungskonzepte in ČZ für 3 Moore
  • Moorrenaturierung – aktive Umsetzung für 4 Moore im Waldviertel und in Tschechien
  • Zwei Moorrenaturierungs-Workcamps

Im Rahmen des Projektes wurden drei Folder über 3 NÖ Moore und deren Schutzmaßnahmen auf Deutsch und Tschechisch publiziert:

3. Förderung der Biodiversität im grenzüberschreitenden Nationalpark Thayatal-Podyji - Waldvegetation und Wildkatze

Gemeinsam werden Naturraumdaten erfasst und Managementkonzepte erstellt. Der grenzüberschreitende Nationalpark Thayatal-Podyjí ist ein Hotspot der Biodiversität. Ein Management-konzept zur Förderung der Biodiversität der Waldlebensräume, ein Artenschutzkonzept der Gefäßpflanzen und Pilze und ein Bestandsstützungskonzept für die Wildkatze werden ausgearbeitet. Das ermöglicht die Rückkehr der in Österreich und Tschechien ehemals ausgestorbenen oder verschollenen Wildkatze. Die Aktivitäten werden von den Verantwortlichen jeweils in beiden Parks umgesetzt und durch Umweltbildungsmaßnahmen den Besuchern vermittelt.

4. Grenzüberschreitender Austausch zum Schutzgebietsmanagement

Eine grenzüberschreitende Fachgruppe auf Umsetzungsebene des Schutzgebietsmanagements wird etabliert. Sie ermöglicht erstmals regelmäßigen Austausch in praktischen gemeinsamen Fragen (z.B. über ausgewählte Arten, wie Fischotter). Die Gruppe soll langfristig weiterbestehen.

Projektlaufzeit

Okt. 2017 bis Dez. 2020 Gesamtbudget: ca. 2,1 Mio grenzüberschreitend mit 85 % EFRE-Förderung

Projektpartner

11: 6 aus Österreich, 5 aus der Tschechischen Republik - aus den Bereichen der Landes- bzw. Kreisverwaltungen, Universitäten, Schutzgebietsverwaltungen und NGOs:

  • Leadpartner ist der Nationalpark Thayatal GmbH – Lead; Biodiversität im NP/ Wildkatze
  • Amt der NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz mit Inhousevergabe an die eNu – Kommunikation; Grenzüberschreitender Austausch zum Schutzgebietsmanagement
  • NÖ.Regional.GmbH - Projektkoordination, Kommunikation und Lebensraumvernetzung
  • Universität für Bodenkultur Wien – Lebensraumvernetzung und Wildtierkorridore
  • Österreichische Bundesforste AG - Moore und Lebensraumvernetzung
  • Österreichischer Naturschutzbund, Landesgruppe Niederösterreich - Moore
  • Agentur für Naturschutz der Tschechischen Republik – Lebensraumvernetzung und Wildtierkorridore; Grenzüberschreitender Austausch zum Schutzgebietsmanagement
  • Botanisches Institut der Tschechischen Akademie der Wissenschaften - Moore
  • Kreis Südböhmen, Sektion Umwelt, Landwirtschaft und Forstwirtschaft – Moore; Lebensraumvernetzung und Wildtierkorridore
  • Kreis Vysočina - Lebensraumvernetzung und Wildtierkorridore
  • Nationalpark Podyjí – Biodiversität im NP/ Waldlebenräume
  • Strategischer Partner für Moore ist der Nationalpark Šumava (OÖ Grenze)

Die Aktivitäten von Connecting Nature ATCZ sind bis 2020 projektiert und werden im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V-A Österreich – Tschechische Republik 2014-2020 (www. at-cz.eu/at) aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Kofinanzierung in Österreich erfolgt durch das Land Niederösterreich und das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus.
Weitere Informationen zum Projekt