Wildtierkorridore - Schutzgebiete - Biodervisität - Wildkatzenprogramm

Das Projekt Connecting Nature Österreich - Tschechien (kurz: ConNat AT-CZ) hat allgemein zum Ziel, im Sinne der EU-Strategie zur Grünen Infrastruktur, eine großräumige Lebensraumvernetzung zwischen den NÖ Kalkalpen, Waldviertel, Weinviertel, den Böhmisch-Mährischen-Höhen bis zu den Karpaten zu sichern und die Kernlebensräume durch abgestimmte Maßnahmen zu erhalten. Damit sollen Natura 2000 Schutzziele umgesetzt und die Biodiversität, wichtige Ökosystemdienstleistungen der Landschaft, sowie attraktiver Erholungsraum für die Bevölkerung gefördert werden. ExpertInnen aus Naturschutz, Wildtierökologie und Regionalplanung arbeiten grenzüberschreitend.

Die Kick-off Veranstaltung des Projekets fand am 2. Mai 2018 im Beisein von LR Martin Eichtinger statt.

Projektmaßnahmen

1. Lebensraumvernetzung und Verknüpfung von Wildtier-Migrationskorridoren

Lebensraumvernetzung und Wildtierkorridore verlaufen über Staatsgrenzen. Das Projekt schafft die Grundlage für Grüne Infrastruktur und Wildtierkorridore in 4 Kreisen bzw. Bundesländern auf ca. 10.000 km2 Fläche, grenzüberschreitend. In 2 Beispielgebieten in Niederösterreich sollen bereits Maßnahmen zur Verbesserung umgesetzt werden. Die Aktivitäten wirken der aktuellen Problematik der Landschaftsfragmentierung durch Straßen, Siedlungsräumen und intensiver Landwirtschaft entgegen. Davon profitieren zum Teil seltene Wildtierarten wie Elch, Hirsch, Wildkatze und Luchs und auch zahlreiche kleinere Arten. Es trägt wesentlich zur Vernetzung großer Kernlebensräume Mitteleuropas (Alpen, Böhmer Wald, Böhmisch-Mährische Höhen, Karpaten) bei, fördert Ökosystemservices und Erholungsraum. Weitere Informationen zum Arbeitspaket finden Sie hier.

2. Grenzüberschreitender Schutz und Maßnahmen in Mooren

Ziel ist es, der Degradierung der Moore im gemeinsamen Landschaftsraum Waldviertel und Südböhmen entgegenzuwirken. So kann Wesentliches zur Aufrechterhaltung der Biodiversität und der von Mooren bereitgestellten Ökosystemdienstleistungen beigetragen werden. Moorschutzmaßnahmen sichern Lebensräume für rund 50 hochspezialisierte, gefährdete Hochmoorarten (Sonnentau, Torfmoose, Schmuckalgen, usw.).

Aktivitäten:

Im Rahmen des Projektes wurden drei Folder über 3 NÖ Moore und deren Schutzmaßnahmen auf Deutsch und Tschechisch publiziert:

3. Förderung der Biodiversität im Nationalpark Thayatal-Podyji - Waldvegetation und Wildkatze

    Der grenzüberschreitende Nationalpark ist ein Hotspot der Biodiversität. Daher wird im Rahmen dieses Projektes diese Ressource grenzüberschreitend dokumentiert und ein Managementkonzept zur Förderung der Biodiversität der Waldlebensräume, Artenschutzkonzept der Gefäßpflanzen und Pilz eine ein Bestandesstützungskonzept für die Wildkatze ausgearbeitet. So soll die Rückkehr und die Bestandessicherung der in Österreich und Tschechien als ehemals ausgestobene oder verschollene Wildkatze.

    In beiden Nationsparks werden derzeit folgende Aktivitäten umgesetzt:

    • Vergleich der Strukturänderungen der Waldbestände
    • Studie der Veränderung der Gebietsnnutzung
    • Kartierung der Gefäßpflanzen und Pilze
    • Konzeption Bestandesstützung Wildkatze im NP Thayatal-Podyji
    • Wildkatzenerhebung im NP durch Fotofallen, Lockstoffe, Spuren und Beobachtungsmeldungen

    Was wären diese Erhebungen, wenn die Ergebnisse nicht einem breiten Publikum zugänglich gemacht würden.
    So wird durch Umweltbildungsmaßnahmen in den Nationalparks, wie zB die Wildkatzenausstellung im Nationsparkhaus Merkersdorf,  den Besuchern die Bedeutung von Fauna und Flora vermittelt.
    Auch fand der Austausch von österreichischen und europäischen Experten zum Thema Wildkatze  bei der Fachtagung 2019 im Nationalparkhaus statt. https://naturschutzbund.at/newsreader-510/items/wildkatze-eine-verschollene-art-kehrt-zurueck.html

    4. Grenzüberschreitender Austausch zum Schutzgebietsmanagement

    Das vierte Arbeitspakete im Rahmen dieses Projektes hat zum Ziel die Kommunikation mit den tschechischen Experten im Bereich vom Schutzgebietsmanagement auf tschechischer und österreichischen Seite langfristig zu vernetzen. Der grenzüberschreitende Austausch startete bereits November 2018 mit dem ersten Workshop in Gmünd, wo eine große Zahl von Naturschutzxperten der Einladung folge leisteten. Es wurde ein Kernteam errichtet, um die Umsetzung der grenzüberschreitenden Vernetzung dauerhaft zu sichern. Dieses legte auch die Themen für die 6 Treffen der Expertinnen und Experten fest, die so ihre Erfahrungen und Empfehlungen diskutieren konnten.

    Das zweite Treffen befasste sich mit der Thematik „Praktisches Management extensiver Rasen“ und fand in Mikulov/ CZ im Jänner 2019 statt. Das Dritte „Landschaftsmatrix“ bereits im Juni im NP Thayatal/AT und das vierte Treffen, diesmal wieder bei den tschechischen KollegInnen in Trebon mit dem regional bedeutenden Thema „Wasservogelschutz an Fischteichen“ im Oktober 2019.

    Die zwei Veranstaltungen „Naturschutzmanagement im Wald“ und „Die großen Beutegreifer“, die für das Frühjahr 2020 geplant waren wurden aufgrund der Co19-Krise auf den Herbst verschoben. Es war ja über mehrere Wochen kein Besuch bei den Nachbarn möglich.

    Alle Dokumente des Arbeitspaketes sind auf der Website der NÖ Naturschutzbundes zum Download bereit gestellt.

    Projektlaufzeit

    Oktober 2017 bis Dezember 2020. Gesamtbudget: ca. 2,1 Mio grenzüberschreitend mit 85 % EFRE-Förderung

    Projektpartner

    11 Projektpartner: 6 aus Österreich, 5 aus der Tschechischen Republik - aus den Bereichen der Landes- bzw. Kreisverwaltungen, Universitäten, Schutzgebietsverwaltungen und NGOs:

    Die Aktivitäten von Connecting Nature ATCZ sind bis 2020 projektiert und werden im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V-A Österreich – Tschechische Republik 2014-2020 (www. at-cz.eu/at) aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Kofinanzierung in Österreich erfolgt durch das Land Niederösterreich und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus. Die NÖ.Regional ist Partner im Projekt.
    Weitere Informationen zum Projekt