Bebauungsstudie, Markersdorf

Nach den Vorarbeiten des G21 Prozesses mit der Definition der Zielsetzung und Maßnahmen ging es in zwei Workshops für die Bevölkerung, in Exkursionen, einem Planspiel für Schüler und einer Bedarfsabschätzung nach Büros und Wohnungen durch eine Bevölkerungsumfrage speziell um das Schlüsselprojekt „Attraktivierung des Ortskerns“.

Die Neugestaltung des 3500m² großen Gemeindeareals rund um das derzeitige Gemeindeamt sieht neue Räumlichkeiten für eine bürgerserviceorientierte Gemeindeverwaltung und weitere gemischt genutzte Gebäude vor, das Platz bietet für betreutes und junges Wohnen, für Nahversorgung in Form eines Regionalprodukteladens, für Büros und Geschäfte, multifunktionale Gemeinschaftsräumlichkeiten, einer öffentlichen Bibliothek, Parkmöglichkeiten und für einen Fest – und Veranstaltungsplatz.  

14 Architekten wurde eingeladen, ihre Angebote abzugeben. 8 wurden zum einem Hearing eingeladen, die vor dem Arbeitskreis Zentrumsentwicklung ihre Referenzen, Vorgangsweisen und Honorarvorstellungen präsentierten. Mit der Bebauungsstudie wurde schließlich das Büro Nonconform beauftragt. In der Bebauungsstudie ist ersichtlich, wieviel Platz tatsächlich für Wohnungen, Gemeindezentrum, Geschäfte, Gewerbe, etc. möglich ist und wie die Baukörper am sinnvollsten. inkl. Freiflächen, Wege, Plätze und evtl. auch Privatgärten aufgeteilt und angeordnet werden können. Enthalten ist auch ein Vorschlag über die Bebauungshöhe und eine Nutzflächenberechnung, die für die Kalkulation als Basis dient.

Die Bebauungsstudie, die mit Bevölkerung diskutiert und letztlich vom Gemeinderat beschlossen wurde, ist nun für die Bauträgerausschreibung. Eine ausgewählte Wohnbaugesellschaft wird die Bauten dann etappenweise auf dem gemeindeeigenen Baurechtesgrund errichten, und dabei das Bau- und Verwertungsrisiko tragen.

Die Abstimmung mit der Wohnbaugenossenschaft für den Bereich "Wohnen" ergibt dann, wie viele und wie große Wohnungen überhaupt wirtschaftlich und realisierbar sind. Ein Architekturwettbewerb ist ab einer Zahl von 34 geförderten Wohneinheiten verpflichtend.

Was macht das Projekt besonders? Was ist einzigartig an diesem Projekt?

Die Gemeinde wählte einen breiten Bürgerbeteiligungsprozess, um die Ideen und Wünsche der Bevölkerung bei der Gestaltung des neuen Ortskerns einzubinden. Gute Öffentlichkeits- und Informationsarbeit begleitete die Prozessschritte.

Die gemeinsam mit der Bevölkerung zusammengetragenen Wünsche und Anforderungen bildeten den Ausgangspunkt für eine Bebauungsstudie, mit der die Gemeinde in einer bundesvergabekonformen Ausschreibung einen Bauträger finden will, der nach den Vorstellungen der Gemeinde das Projekt umsetzen soll.

Das Baugrundstück wird in Baurecht für eine gewisse Anzahl von Jahren vergeben werden. Die Mitgestaltung der Gemeinde und der Bevölkerung  ist mit diesem Prozedere stark gegeben.