Walter Kirchler, Geschäftsführer der NÖ.Regional.GmbH, sprach mit Bernhard Karnthaler über seine Arbeitsweise während der Ausgangsbeschränkungen in der Zeit von 15. März bis 1. Mai 2020. Welche Kommunikationsform war die für ihn und sein Team optimale? Welchen Einfluss werden die die neue Praxis der Kommunikation auch in Zukunft auf die Arbeit in der Gemeinde haben?

Mit welchem System, mit welcher Software arbeiten Sie?

Wir haben unterschiedliche Systeme ausprobiert, wenn es um reine Gespräche zwischen 3-4 Personen ging und alle ein IPhone hatten, dann nutzten wir Facetime, wenn es um Gespräche mit Geschäftspartnern ging, wo auch Unterlagen, Pläne, Skizzen, Schriftstücke usw. notwendig waren, dann machten wir Videokonferenzen mit Eyeson und Microsoft Teams . Seitens Gem.Dat wurde uns eben Microsoft Teams  empfohlen.

Was muss bei der Vorbereitung der Videokonferenzen berücksichtigt werden?

folgende Fragen sollten vor der Konferenz klar sein: 

  • was ist das Ziel der Besprechung,
  • welche Inhalte will ich transportieren,
  • welche Antworten sind notwendig,
  • wie werden diese festgehalten
  • wer leitet das Gespräch.

Die Überlegung, welche Unterlagen für das Gespräch hilfreich sind, und wie diese visualisiert werden ist auch besonders wichtig.

Wie schafft man es, dass die Konferenzen besonders produktiv sind?

Konferenzen sind dann meistens produktiv, wenn man sich gut vorbereitet. Video-Konferenzen dauern kürzer, da sich die TeilnehmerInnen auf’s Wesentliche konzentrieren. Es bedingt allerdings auch eine andere Form der Kommunikation: man muss den jeweiligen Gesprächspartner ausreden lassen und man ist während der gesamten Konferenz sehr konzentriert dabei.

Welche Vorteile und welche Nachteile gibt es?

Die Vorteile sind sicherlich dass keine „Reisen zum Gesprächspartner“ anfallen und man sich damit viel Zeit und Kosten sparen kann – gleichzeitig tut man etwas Gutes für die Umwelt.

Die Nachteile bestehen darin, dass zum Unterschied zur Video-Besprechung/Konferenz, beim persönlichem Gespräch mehr Informationen preis gegeben werden, bzw. man erhält beim persönlichem Gespräch oft Zusatzinformationen, die wichtig sein können und wenn es um neue Partner geht, kann man beim persönlichem Gespräch aufgrund der Körperhaltung, der Mimik auch Informationen erhalten, die sonst teilweise verborgen bleiben.

Wenn Sie an die Zeit nach Corona denken, für welche Bereiche werden Sie digitale Kommunikation in von Form Videokonferenzen weiterhin verwenden?

Für uns und unsere Bevölkerung wurde jetzt plötzlich klar, wie wichtig eine gute Infrastruktur für digitale Kommunikation ist. Ich bin sehr froh, dass wir im „Glasfaser – Ausbauprogramm“ sind. Unabhängig ob home office im privaten Haushalt oder bei der Vermarktung von Gewerbegebieten, ein intaktes, schnelles Netz ist die Voraussetzung dass Kommunikation über’s Internet funktioniert. Welche Software dann verwendet wird ist die 2. Frage und da wird es jetzt noch viele Neuerungen geben. Die Krise hat uns gezeigt, wie wichtig digitale Kommunikation ist, damit weiter gearbeitet werden kann. Wir werden auch in Zukunft die eine oder andere Sitzung über Videokonferenz abhalten, damit diese Form der Kommunikation für uns selbstverständlich wird, aber ich freue mich auch auf die persönlichen Gespräche, auf die physische Anwesenheit meiner Gesprächspartner und auf die Informationen, die ich nach dem offiziellen Teil bei einem Café oder einem Glas Wein erfahre.

Wir danken für das Gespräch!