02. September 2020

Nach vier intensiven Jahren im Gemeinde21-Prozess schließt die Marktgemeinde Ybbsitz den durch NÖ.Regional begleiteten Bürgerbeteiligungsprozess ab. An den Projekten wird aber trotzdem fleißig weitergearbeitet: der Gemeinderatsausschuss „Wirtschaft, Tourismus und Sport“ unter der Leitung von gf. Gemeinderätin Anita Eybl übernimmt.

Die Marktgemeinde Ybbsitz startete 2016 mit dem Programm „Gemeinde21“, einer Aktion des Land NÖ, begleitet durch die Mitarbeiter der NÖ.Regional. Unter aktiver Beteiligung der Gemeindebürgerinnen und -bürger wurde ein umfangreicher Entwicklungs-Fahrplan für die nächsten Jahre und Jahrzehnte erstellt, welcher mehr als 21 Projekte beinhaltet. Das für die Abwicklung des Gemeinde21-Bürgerbeteiligungsprozesses gegründete Kernteam wird von der geschäftsführenden Gemeinderätin Anita Eybl geleitet. Mit Juni 2020 hat der Gemeinde21-Prozess geendet. Bei der Abschlussbesprechung blickte das Kernteam auf die letzten vier Jahre zurück und besprach die noch geplanten Projekte.

21 Projekte in verschiedenen Arbeitsgruppen

Eine Arbeitsgruppe setzte sich intensiv mit der Nutzung des Hafnerhauses auseinander. Eine Exkursion zu bestehenden Wohnhausanlagen wurde unternommen und das Architekturbüro W30 erstellte einen ersten Entwurfsplan. Darauf aufbauend wird in den nächsten Jahren eine Wohnhausanlage mit rund 17 Wohnungen, einem Gemeinschaftsraum und Geschäftsflächen im Erdgeschoss errichtet. Die moderne Wohnhausanlage ist vor allem für junge Menschen und Familien gedacht und stellt eine Bereicherung für die Zentrumsbelebung dar.

Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Nutzung des Bahnhofsareals und zeigte in mehreren Workshops bereits umfassende Möglichkeiten auf. Als erster Schritt ist eine Begegnungszone mit Sitzmöbeln für alle Generationen geplant. Für die Jugend soll ein Skaterplatz errichtet werden. Die Gemeindezeitung und Gemeindewebsite erhielten eine neue, zeitgemäße Erscheinungsform. Das Radlgrundnetz und der kleine Ybbstalradweg werden bereits seitens der Gemeinde Ybbsitz forciert und in den nächsten Jahren umgesetzt. Im Sommer 2018 startete man auch erstmals mit einer Ferienspielaktion mit tollen Programmpunkten, welches durch Gemeinderätin Eva Pechhacker initiiert wurde.

Besonderer Schwerpunkt war in den letzten Jahren auch die Weiterentwicklung des Ortszentrums von Ybbsitz. Der Verein Zentrumsbelebung Ybbsitz sorgt ganzjährig für Veranstaltungen und ist um die Zusammenarbeit der Betriebe bemüht. Derzeit wird ein Übersichtsplan für das Ortszentrum in Form eines Abrissblocks produziert. Besucher erhalten damit eine Orientierungshilfe und die ortsansässigen Betriebe werden in den Vordergrund gerückt.  Außerdem soll der Marktplatz „klimafit“ gemacht werden. Bäume und Sträucher in mobilen Trögen sollen in Zukunft als Schattenspender die Temperatur im Ortszentrum senken. Angedacht sind auch mobile Sitzmöbel, die zum Verweilen im „grünen Wohnzimmer“ von Ybbsitz einladen sollen.

Die Fortführung und der weitere Ausbau des Identitätsthemas „Schmieden in Ybbsitz“ ist ein großes Anliegen. Beim diesjährigen „Ferraculum connected“ wurde auf Grund der Corona-Krise eine digitale Version konzeptioniert und der Schmiedewettbewerb und die offizielle Eröffnung (ohne Schmiedefest) in Form eines Filmes aufgezeichnet. Der Film ist auf der Gemeindewebsite verfügbar. Die Schmiedemeile soll saniert, sowie durch neue Inszenierungselemente und Sitzmöglichkeiten neu gestaltet werden. Unter dem Titel „Feuer für Europa“ wird das europaweite Netzwerk „Ring der europäischen Schmiedestädte“ gepflegt. Austauschprogramme für Jugendliche in kulturellen und fachlichen Bereichen sind dafür angedacht.

Bei der Abschlussbesprechung beschloss das Gemeinde21-Kernteam, dass die Weiterführung der Projekte vom Gemeinderatsausschuss „Wirtschaft, Tourismus und Sport“  unter der Leitung von gf. Gemeinderätin Anita Eybl übernommen wird. „Wir sind um die stetige Weiterentwicklung unserer Gemeinde bemüht“, so Bürgermeister Gerhard Lueger, „und durch den Gemeinde21-Prozess konnten wir bereits einige Projekte starten und weitere werden wir in den nächsten Jahren zur Umsetzung bringen.“

Die Landesaktion Gemeinde21 ist der niederösterreichische Weg zur Umsetzung des weltweiten UNO-Programms „Lokale Agenda 21“ und ist an ein umfassendes Förderprogramm gekoppelt. Sie unterstützt die Gemeinden, eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und BürgerInnen zu finden. Prozessbegleitung und Maßnahmenumsetzung erfolgen durch die RegionalberaterInnen der NÖ.Regional.