31. August 2022

VCÖ – Eine Verkehrswende hin zu mehr Öffentlichen Verkehr, zu Fuß gehen und Radfahren bringt uns nicht nur schneller ans Klimaziel, sondern reduziert auch die Kosten der Mobilität. Der diesjährige VCÖ-Mobilitätspreis stand daher unter dem Motto „Verkehrswende umsetzen“. Der VCÖ-Mobilitätspreis Niederösterreich 2022 hat heuer gleich zwei Gewinner: Die Stadt St. Pölten für die geplante Umgestaltung des Promenadenrings sowie das Mobility.Lab Niederösterreich für die Projekte LISA Weinviertel und LISA Tulln wurden heute von Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko, VCÖ und ÖBB ausgezeichnet.

„Der heurige Sommer hat drastisch vor Augen geführt, dass sich die Klimakrise verschärft. Zudem sind wir mit einer massiven Teuerung konfrontiert. Wenn Mobilität und Gütertransport klimaverträglicher und energieeffizienter werden, hilft das gegen beide Probleme. Sowohl der klimaschädliche CO2-Ausstoß als auch die Kosten werden reduziert. Wie das gehen kann zeigen die Projekte, die wir heute mit dem VCÖ-Mobilitätspreis Niederösterreich auszeichnen“, gratuliert VCÖ-Sprecher Christian Gratzer den Gewinnerinnen und Gewinnern. Der VCÖ-Mobilitätspreis Niederösterreich wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Land Niederösterreich und den ÖBB durchgeführt sowie von WEB Windenergie unterstützt.

Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko: „Als Land NÖ ist uns bewusst: Um die Mobilitätswende zu schaffen braucht es einen Schulterschluss von Politik und Wirtschaft genauso wie den Menschen. Um unsere gesetzten Ziele zu erreichen müssen wir jetzt alle an einem Strang ziehen – dies tun wir bereits jetzt mit vollem Elan. Deshalb freut es mich besonders, dass wir mit den Projekten LISA Weinviertel und LISA Tulln seitens profunder Expertinnen und Experten ausgezeichnet wurden. Wir rücken damit innovative Ansätze in den Fokus unserer Überlegungen und schlagen einen zukunftsfitten Weg ein, der beides im Blick hat: Weitsicht und Pragmatismus.“

„Als ÖBB sind wir eines der größten Klimaschutzunternehmen in Österreich. Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern vom Land Niederösterreich und dem VCÖ arbeiten wir an einer nachhaltigen Mobilitätswende. Deshalb freuen wir uns, dass wir auch heuer wieder mit dem VCÖ-Mobilitätspreis innovative Projekte in diesem Bereich auszeichnen und vor den Vorhang holen können“, so Cornelia Breuss von der ÖBB-Infrastruktur AG.

St. Pölten gewinnt mit „Grünen Loop“ den VCÖ-Mobilitätspreis NÖ
Bisher ist die 2,3 Kilometer lange Ringstraße um die Altstadt hauptsächlich von Pkw-Verkehr geprägt, die Aufenthaltsqualität ist gering, die Anzahl der Unfälle hoch. Die Stadt Sankt Pölten hat daher beschlossen, den Promenadenring umzugestalten. Der Autoverkehr wird reduziert, stattdessen wird die Infrastruktur fürs Radfahren und Gehen verbessert. Außerdem sollen entlang des gesamten Rings Grünflächen entstehen, um die Aufenthaltsqualität weiter zu erhöhen. Es soll eine Promenade entstehen, welche zum Flanieren und Verweilen einlädt. Bei den Planungen wurde auch die Bevölkerung im Rahmen eines Beteiligungsprozesses eingebunden. Der erste Abschnitt soll im Jahr 2023 realisiert werden. Landesrat Ludwig Schleritzko, Cornelia Breuss (ÖBB-Infrastruktur) und VCÖ-Sprecher Christian Gratzer überreichten den VCÖ-Mobilitätspreis Niederösterreich an Bürgermeister Matthias Stadler und Carina Wenda von der Stadtplanung St. Pölten.

Mobility.Lab Niederösterreich gewinnt mit LISA den VCÖ-Mobilitätspreis NÖ
Das Mobility.Lab NÖ des Landes Niederösterreich möchte die Abhängigkeit vom eigenen Auto reduzieren und die Freiheit in der Verkehrsmittelwahl auch in Regionen und Kleinstädten erhöhen. Für die zwei Pilotprojekte LISA im südlichen Weinviertel und Tulln gewinnt das Mobility.Lab NÖ den VCÖ-Mobilitätspreis NÖ. Im südlichen Weinviertel wurde in elf Gemeinden (Bad Pirawarth, Groß-Schweinbarth, Matzen-Raggendorf, Prottes, Gänserndorf, Schönkirchen-Reyersdorf, Auersthal, Bockfließ, Großengersdorf, Pillichsdorf und Wolkersdorf) ein Gesamtangebot geschaffen. Neben zwei neuen elektrisch betriebenen Buslinien wurden Mobilitätsstationen geschaffen mit verschließbaren Radboxen und Ladestationen für E-Pkw. Ein neuer E-Carsharing-Dienst wurde gestartet, zusätzlich zu den bereits bestehenden Angeboten. Er ist Teil von „Carsharing Österreich“, womit die Nutzerinnen und Nutzer auch Carsharing-Angebote in anderen Regionen Österreichs nutzen können. Das zweite Pilotprojekt LISA.Tulln startet im Jahr 2023. Ein zentraler Bestandteil ist das „LISA.Shuttle“, ein Shuttledienst mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen und ist im Tarif des VOR integriert. Die Fahrten starten an definierten Sammelstationen und können per App oder Telefon gebucht werden. Insbesondere die Anreise zum Bahnhof Tullnerfeld soll dadurch erleichtert werden. Die Auszeichnung mit dem VCÖ-Mobilitätspreis NÖ nahm die Projektleiterin Regina Rausch entgegen.

Der VCÖ-Mobilitätspreis zeigt, dass es klimaverträgliche Lösungen für bestehende Verkehrsprobleme gibt. Auf der VCÖ-Website www.vcoe.at sind bereits mehr als 2.500 vorbildliche Projekte in einer Online-Datenbank zusammengefasst.

Zwei weitere Projekte als vorbildliche Projekte vom VCÖ ausgezeichnet
Die Firma Lafarge arbeitet seit dem Jahr 2018 daran, für das Mannersdorfer Zementwerk den Transport von Ersatzbrennstoffen von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Es wurden bereits 15.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe auf die Schiene gebracht, 115.000 Lkw-Kilometer werden pro Jahr eingespart. Bis zum Jahr 2024 soll die Menge um das Dreifache erhöht werden. Die Auszeichnung als vorbildliches Projekt nahm Projektleiter Christian Lampl entgegen.

Wichtig für eine erfolgreiche Verkehrswende ist auch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Stellvertretend für viele würdigt der VCÖ Gabriele Rath-Schneider und Gerhard Mayer von der IG Regionalbahn Weinviertel. Informationen zu den ausgezeichneten Projekten gibt es auch unter www.vcoe.at 

Das Regionale „Mobilitätsmanagement“ ist ein Service der NÖ.Regional. Es unterstützt die Gemeinden in Niederösterreich in allen Fragen der Mobilität und ist ihr fachlicher Ansprechpartner vor Ort. Das Regionale Mobilitätsmanagement der NÖ.Regional wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert. Nähere Informationen zu IWB/EFRE finden Sie auf www.efre.gv.at