22. November 2018

Einzelne Gebäude stehen unter Denkmalschutz, aber ortsbildprägende Gebäudestrukturen, Ensembles und charakteristische Straßenräume stehen einem großen Verwertungsdruck bzw. vielen Nutzungsinteressen gegenüber. Wie kann man dieser Entwicklung zeit- und nutzergerecht entsprechen? Im Rahmen der Landesaktion Stadterneuerung gibt es die Möglichkeit, eine Prozessbegleitung durch die NÖ.Regional.GmbH zur Schaffung von "Schutzzonen" in Anspruch zu nehmen.

Viele NÖ Städte stellen sich vermehrt dieser Herausforderung und durchlaufen einen strukturieren und überschaubaren Prozess mit erfahrenen Prozessbegleiter. Aktueller Anlass, das Thema aufzugreifen, sind Anfragen zur Prozessbegleitung aus verschiedenen NÖ Städten.

Die Herausforderungen sind meist wie folgt:

  • Wie kann man den drohenden Verlust schutzwürdiger bzw. stadtbildprägender Gebäude verhindern?
  • Wie kann diedie nötige Flexibilität bewahrt werden, um zeitgemäße Wohn- und Arbeitsumfelder zu schaffen?

Man benötigt ein geeignetes Instrumentarium zur vorausschauenden Planung bzw. Gestaltung ortsbildrelevanter Bereiche. Welche Schritte sind dafür erforderlich? Erfahrene Städte zeigen ihre Erfolge

Die Stadtgemeinde Baden, Bad Vöslau, Mödling, Brunn am Gebirge, Wiener Neustadt und Neunkirchen haben bereits vor einigen Jahren ihre Bebauungspläne abgeändert bzw. neu erstellt. In Mödling zum Beispiel war die Lösung eine sehr genaue Festlegung von Schutzzonen mit entsprechenden Bebauungsbestimmungen. Dies erfolgte in  Zusammenarbeit mit der Baurechtsabteilung der NÖ Landesregierung, einem Zivilingenieurs-Büro, dem Bundesdenkmalamt und einem Gestaltungsbeirat (bestehend aus externen Gutachtern). Gemäß dem nun geltenden Bebauungsplan sind in Mödling rund 2,4 % des Baulandes als denkmalgeschützte Zone ausgewiesen, rund 4,7% des Baulandes sind schutzwürdige Bereiche (Abrissverbot), rund 10 % sind der Kategorie Ensembleschutz zugeordnet und rund 13% des Baulandes sind als sogenannte sensible Übergangsbereiche („Pufferzonen“) zu höherwertigen Schutzzonenbereichen festgelegt. Die einzelnen Änderungen im Bebauungsplan wurden von Informationsveranstaltungen begleitet. Die Einbindung der Bevölkerung spielt in diesem Prozess eine große Rolle. Positives Resumee ist die erhebliche Steigerung der Sensibilität der Bevölkerung (bzw. PlanerInnen und BauwerberInnen) für das Stadtensemble und die generell „vorsichtige“ Herangehensweise bei Bauvorhaben seit der Einführung der „neuen“ Schutzzonen.

Die Abteilung für Raumordnung und Regionalpolitik hat 2013 eine speziell diesem Thema gewidmete Broschüre herausgegeben, in der u.a. die Vorgehensweisen und Lösungsansätze von6 Städten im Industrieviertel sehr gut beschrieben sind.

Sollten auch Sie Interesse am Thema haben, kontaktieren Sie bitte unsere zuständige Bereichsleiterin, Sabine Klimitsch, oder unsere prozesserfahrene Kollegin, Heidemarie Brandstetter.