21. März 2019

Das „best-of“ der Entwürfe von Architekturstudentinnen und –Studenten der TU Wien im Rahmen der Diplomarbeitsbörse für die beiden leerstehenden Häuser - Zottl-Haus sowie Aujesky-Haus am Retzer Hauptplatz wurde am 12. März um 18 Uhr im Retzer Rathaus unter großem Publikumsinteresse präsentiert.

Was man alles aus leerstehenden Gebäuden machen kann... die Architekturstudentinnen und –Studenten der TU Wien begeisterten und überraschten die BürgerInnen der Stadt Retz. © Retzer Wirtschaft, Stadtgemeinde Retz

Mehr als 100 Retzerinnen und Retzer folgten der Einladung, sich die in Pläne umgesetzten Ideen der Architektur-Studierenden der TU Wien für die beiden leerstehenden oder fast zur Gänze leerstehenden Häuser am oberen Retzer Hauptplatz anzusehen. Präsentiert wurde quasi das „best-of“ der mehr als 20 Entwürfe. Ebenfalls Teil der Veranstaltung war Regionalexperte Josef Wallenberger, der eindringlich und anschaulich die künftige Entwicklung der Region mit allen Herausforderungen und Möglichkeiten aufzeigte. Er forderte von den Anwesenden Mut zu neuen Ideen und Visionen ein - sowohl in der Wirtschaft als auch in der Siedlungspolitik.

Die Stadtgemeinde Retz ist begeistert

„Wir haben unseren Bürgern und Experten präsentiert, was aus dem Zottl- und dem Aujesky-Häusern werden könnte und wollten ihre Meinung zu den Entwürfen wissen. Diese Meinungsbildung, aber auch Kritik ist uns wichtig und wir werden sie als Entscheidungsgrundlage nutzen, in welche Richtung die Wirtschaft und die Stadt Retz, natürlich in Zusammenarbeit mit den Eigentümern, aber auch der Bevölkerung weiterarbeiten sollen. Die Schlusspräsentation der Pläne wird auf unserer Homepage www.wirtschaft-retz.at sichtbar sein und können bei uns angefordert werden. Wir werden sie ebenfalls öffentlich im Haus Zottl aushängen, damit sich auch jene ein Bild machen können, die nicht in das Retzer Rathaus zur Präsentation kommen konnten. Ich möchte nochmals betonen, dass uns der Ideenreichtum und die Professionalität der Studierenden sehr beeindruckt haben. Jetzt gilt es Financiers zu finden, die uns bei unserem Vorhaben auch finanziell unter die Arme greifen, vielleicht starten wir auch eine Crowdfunding-Kampagne“, sagt Karl Breitenfelder.

 

Die Ideen - Von A bis Z und darüber hinaus

Zu sehen und präsentiert wurden folgende Ideen: Retzers Generationen: gemeinsam statt einsam (Ivana Aleksic / Christoph Frantes), AZ (von A bis Z) von Hannah Gössl und Constanze Walter, Hotel 'Zum Eck' von Victoria Patzl, Retz kann alles – Wohnen und alles für die Kids (Julia Pauer / Martin Schreiber) und Raumquartier Retz von Oliver Pöll.

Retzers Generationen: gemeinsam statt einsam: Hier liegt der Fokus auf eine lokale Vereinigung von Kindergarten und Alterswohnsitz inmitten des Ortszentrums. Die altersmäßige Durchmischung findet dabei gebäudeübergreifend statt. In den Räumlichkeiten des Zottl-Hauses soll ein fünf gruppiger Kindergarten mit Kinderkrippe und Tagesbetreuung entstehen, wohingegen in den Trakten des Aujesky-Hauses eine Alterswohngemeinschaft mit Aktivräumlichkeiten platziert wird.

Hotel zum Eck: Das Zottl-Haus könnte in ein Hotel mit angegliederter Kleingastronomie werden. Das wesentliche Gestaltungselement im Rahmen dieser Transformation stellt der neu geschaffene Innenhof dar, welcher in seine ursprüngliche Form zurückgeführt wird und intensiv begrünt werden könnte. Der Zugang des Hotels erfolgt direkt vom Hauptplatz, jener zur Gastronomie im Bereich der seitlichen Einfahrt.

AZ (von A bis Z): Im Zentrum steht die Nutzungskombination beider Gebäude. Im Zottl-Haus könnten regionale Produkte angeboten werden, die im Aujesky-Haus im Rahmen der vorgesehenen Gastronomie verwertet werden könnten. Das Zusammenspiel aus Vermarktung und Verkauf ein- und derselben Produkte in unterschiedlicher Weise steht damit im Vordergrund der wirtschaftlichen Überlegungen, wobei auch die Tourismusschule regelmäßig miteinbezogen werden sollte. Die ganzjährige gastronomische Nutzung in den Räumlichkeiten des Aujesky-Hauses soll gezielt die Auslastung des Smart-Motels im Zottl-Haus unterstützen.

Retz kann alles – Wohnen und alles für die Kids: aufgegriffen wird die Problematik, in der Gastronomie und Hotellerie entsprechend Personal zu finden und dieses in Folge auch zu halten. Durch die gezielte Zusammenlegung beider Liegenschaften könnte eine Möglichkeit geschaffen werden, mitsamt der ganzen Familie in der Stadt arbeiten als auch wohnen zu können. Für das Zottl-Haus wurden ein Hotel, ein Restaurant und ein Fahrradshop projektiert. Im Aujesky-Haus könnten die Wohnungen für die Angestellten der Gastronomie/Hotellerie, eine Tagesbetreuung für Kinder von 1-12 Jahren und eine Fahrradwerkstatt untergebracht werden.

Raumquartier Retz: Neue Nutzungsmöglichkeiten für beide Baulichkeiten und daraus entstehende Synergien. Im Zottl-Haus würde die ursprüngliche Hofform wiederhergestellt werden, um eine Verbesserung der Belichtungs- und Belüftungssituation zu gewährleisten und neue Erschließungsmöglichkeiten mitsamt Wegeverbindungen zum Ort entwickeln zu können. Durch die vorgegebene Raumanordnung in den Bereichen, die dem Hauptplatz zugeordnet sind, wird Platz für einen Nahversoger, Gemeinschaftsküche mit Café und ein Fahrradhotel geschaffen.

Kooperation macht Erfolg für Retzer Leerstandsplanung möglich

Ermöglicht wurde die Projektierung der beiden Retzer Gebäude am Hauptplatz über das Leader-Kooperationsprojekt „Diplomarbeitsbörse“, das auch die Leader-Region Weinviertel-Manhartsberg mitfinanziert, der Zusammenarbeit mit Gut Gemacht Wirtschat Retz und der Stadtgemeinde Retz.

Die NÖ.Regional.GmbH leitet das Projektmanagement der Diplomarbeitsbörse im Bereich der Regionalentwicklung. Herzstück ist der Themenmarktplatz für Studierende und Gemeinden/Regionen. Über ihn kann topaktuelles universitäres Know-how direkt zum Nutzen für die Gemeinde/Region eingesetzt werden, indem Diplomarbeitsthemen in beide Richtungen vermittelt werden.