17. März 2017

Die nachhaltige Stärkung des Zentrums ist nicht nur zentrales Thema der Stadterneuerungsaktion sondern auch Fokus der örtlichen Raumplanung. Die Entwicklung und Stärkung des Stadtkerns als Wohn- und Wirtschaftsstandort stand seit Beginn der Stadterneuerungsaktion in Bruck an der Leitha als stadtpolitisch besonders wichtiges und überparteiliches Anliegen fest. Über die geplanten Maßnahmen konnte man sich im Rahmen eines Info-Tages am 17. März informieren.

Als Stadtgemeinde wurde der Fokus auf die eigenen „Hausaufgaben“ gesetzt. Beispielhafte Sanierungen und Projektierungen kommunaler Liegenschaften wurden forciert, umgesetzt und weiter entwickelt (z.B. neues Rathaus und sich anbahnendes Projekt „Burg“). Als wegweisender Impuls des Entwicklungsprozesses wurde eine überparteiliche Arbeitsgruppe installiert, die sich um die Etablierung strategischer Angebote und Rahmenbedingungen bemüht. Dabei spielt die örtliche Raumplanung eine entscheidende Rolle.

Bebauungsplan
Die Stadtgemeinde Bruck verfügt bereits seit Jahrzehnten über einen Bebauungsplan für das gesamte Gemeindegebiet. Die darin festgelegten Rahmenbedingungen für die gewidmeten Baulandflächen werden derzeit aktualisiert und überarbeitet.

Bausperre
Für die Dauer der Abänderung des Bebauungsplans und der Festlegung einer Schutzzone gilt eine Bausperre. Ziel dieser Bausperre ist, das charakteristische Erscheinungsbild des historisch gewachsenen Stadtzentrums zu erhalten und für den Handel, das Kleingewerbe, die Dienstleistungen und öffentliche Einrichtungen Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen.

Schutzzonenfestlegung für das Stadtzentrum
Bruck a.d. Leitha verfügt in großen Teilen des Stadtzentrums und den daran unmittelbar anschließenden Bereichen, über bauhistorisch wertvolle und schützenswerte Baustrukturen. Beinahe das gesamte „Stadtzentrum“ ist als „erhaltenswertes Ensemble“ anzusehen. In dem bauhistorisch wertvollen Siedlungsgefüge stehen zahlreiche Einzelobjekte unter Denkmalschutz, darüber hinaus sind aber ortsbildprägende Gebäudestrukturen, Ensembles und charakteristische Straßenräume mit hohem, ortsbildprägendem Potential nur unzureichend geschützt. Die Schutzzone wird Regelungsmöglichkeiten für den nicht denkmalgeschützten Baubestand bieten.

Gestaltungsbeirat
Als besonders wichtiges begleitendes Instrument wurde ein Gestaltungsbeirat einberufen. Er hat die Aufgabe, vorgelegte Bauprojekte – zumindest auf den Bereich einer „Schutzzone“ – auf die Einhaltung des Bebauungsplanes, der textlichen Bebauungsvorschriften, der NÖ Bauordnung und des NÖ Raumordnungsgesetzes zu prüfen und zu beurteilen, gegebenenfalls jene Kriterien bekanntzugeben, die für die Erfüllung der genannten Erfordernisse maßgeblich sind. Bauwerber erhalten so eine objektive, kostenlose Bauberatung. Er fungiert als Bindeglied zwischen Bauwerber, Gemeinde und sonstigen Behörden (z.B. Denkmalamt) und dient letztlich einer Steigerung der Qualität der geplanten Bauvorhaben. 

Alle EigentümerInnen von innerstädtischen Liegenschaften waren nun Mitte März eingeladen, sich persönlich über diese Rahmenbedingungen und Angebote im Zuge eines halbtägigen Infotages zu informieren. Die positive Resonanz der BesucherInnen bestärkte den eingeschlagenen Weg einer nachhaltigen Zentrumsentwicklung in Bruck a.d. Leitha.

Bei der Aktion „Stadterneuerung in NÖ" entwickeln die BürgerInnen gemeinsam mit Politik und Verwaltung Projekte und setzen diese um. Die NÖ.Regional.GmbH mit den RegionalberaterInnen ist hierbei ein wichtiger Partner. Sie unterstützen die Städte beim gesamten Prozess – bei der Erstellung des Stadterneuerungskonzeptes, beim Strukturaufbau mit Beirat und Arbeitsgruppen, Öffentlichkeitsarbeit sowie Projektentwicklung und –management.