13. Juli 2022

Im Rahmen des KLAR! Projektes haben die Gemeinden der Kleinregion Kampseen: Gföhl, Jaidhof, Krumau am Kamp, St. Leonhard am Hornerwald, Pölla, Rastenfeld und Lichtenau mit allen örtlichen Raumplanern die gemeinsame Projektidee „Klimacheck für potentielles Bauland“ entwickelt und bei der Abschlussveranstaltung am 5. Juli 2022 präsentiert. Eine Beurteilung der Siedlungserweiterungsräume in Bezug auf ihre Klimaverträglichkeit erfolgt durch ein regionsweit vergleichbares Ampelsystem.

In einer genauen Analyse werden Erweiterungsflächen auf ihre Eignung hinsichtlich der Kriterien Artenschutz, Oberflächen-/Hangwasser, Trinkwasserversorgung, Regenwassermanagement, geologischen Bedingungen, der Energieversorgung, des Wärmebedarfs der zukünftigen Gebäude und des Landschaftsschutzes geprüft. Im nächsten Schritt wurden die erwartenden Veränderungen und Auswirkungen bei angestrebten Bebauungen von FachexpertInnen abgeschätzt und näher dokumentiert, sowie in Karten entsprechend den Ampelfarben als „rote-orange-grüne Räume“ erkennbar gemacht.  Daraus lassen sich auf einen Blick entsprechende Handlungsoptionen und -verpflichtungen für die Entscheidungsträger ablesen. Planbares Gefährdungspotential wird also in einem frühen Planungszeitraum abgeklärt.

Die Klimaampel gibt einen groben Überblick, was bei einer möglichen Baulandwidmung zu beachten ist: Aus rein fachlicher Sicht sind jene Räume, die durch eine der Fachexpertisen den roten Ampelstempel erhalten haben, für zukünftige Erweiterungsräume absolut nicht geeignet. Die in gelber Farbe markierten Räume brauchen im Vorfeld von Detailplanungen eine nähere Betrachtung hinsichtlich der erforderlichen technischen und ökologischen Verbesserungsmaßnahmen. Diese Abschnitte sind nur „vorbehaltlich“ entsprechender Begleitmaßnahmen für Nutzungsveränderungen geeignet. Die grün identifizierten Siedlungsflächen können ohne Begleitmaßnahmen zur Widmung eingereicht werden.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind unmittelbar und zunehmend auf der lokalen Ebene spürbar und verursachen steigenden Anpassungsbedarf. Der Nutzen des Klimachecks für die richtige Entscheidung bei Neuwidmungen als wirksame Anpassungsmaßnahme kommt unmittelbar der eigenen Gemeindebevölkerung zugute. Spätere Schäden, teure Reparaturmaßnahmen oder nachhaltige Gefährdungen des Lebensraumes werden damit vermieden.

Das Konzept des Klimachecks ist auch ein Versuch Behördengutachten gemeinsam anzugehen und zu vereinfachen und wird finanziell vom Fonds für Kleinregionen in Niederösterreich unterstützt.

„Kleinregionen“ sind Plattformen, die rasche Abstimmung und Informationsaustausch zwischen Gemeinden und Land ermöglichen und mit ihren Projekten einen wichtigen Beitrag in der Regionalentwicklung leisten. Die NÖ.Regional serviciert Kleinregionen und berät sie bei jeglichen kleinregionalen Aufgabenstellungen. Gemeinsam suchen wir nach regionalen, passgenauen Lösungen.