23. Dezember 2020

Das am 22. Dezember von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bundesministerin Leonore Gewessler präsentierte „Mobilitätspaket nördliches Niederösterreich“ findet auch bei den Vertretern der Region breite Zustimmung. Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko hat das Projekt dem Regionalverband rund um Obmann Lukas Brandweiner noch am Vormittag präsentiert. „Das Mobilitätspaket wirkt noch besser und um Jahre schneller als alle Alternativen. Es freut uns deshalb, dass Bund, Land und Region hier an einem Strang ziehen und der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs mit Anbindung der Franz-Josefs-Bahn an das Hochleistungsnetz der Westbahnstrecke und die Projekte für den sicheren Ausbau des Landesstraßennetzes mit Ortsumfahrungen und Überholmöglichkeiten auf große Zustimmung stoßen“, sind sich Landesrat Schleritzko und Regionalverbandsobmann NR Lukas Brandweiner.

Grundlage der Entscheidung für das Mobilitätspaket war eine ergebnisoffene Prüfung der Autobahn-Idee des Regionalverbands Waldviertel. Im Mai 2018 hat man sich dort für die Prüfung ausgesprochen. „Wir haben anhand von Fakten entschieden. Diese Fakten zeigen, dass wir um Jahre schneller in die Umsetzung der wichtigen Maßnahmen kommen, um so eine Trendumkehr bei der negativen Bevölkerungsentwicklung zu erreichen. Als jemand, der selbst in der Region aufgewachsen ist, sehe ich die Entwicklung des Waldviertels als eine persönliche Herzensangelegenheit. Ich will ein Waldviertel, das lebenswert bleibt, und dabei auch wirtschaftlich Zukunft hat. Das Mobilitätspaket leistet genau das“, hält der Landesrat fest.

Für Brandweiner ist klar: „Das vorgestellte Mobilitätspaket für das nördliche Niederösterreich ist ein wichtiger Schritt für die Regionalentwicklung. Seitens des Regionalverbandes Waldviertel haben wir die Prüfung des Projekts beschlossen und den Anstoß für die umfangreichsten Investitionen geliefert, die es in der Region je gab. Die nun vorliegenden Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Wir schaffen es mit dem Mobilitätspaket schnellstmöglich und vor allem um Jahre schneller als mit der Autobahn wichtige Impulse zu setzen.“ Als Obmann des Regionalverbandes werde sich Brandweiner auch mit voller Kraft um die Umsetzung des Pakets und weiterer Impulse, abseits von Mobilitätsprojekten, annehmen. Basis dafür sei die Arbeit in der anlaufenden regionalen Leitplanung und den Arbeitskreisen des Regionalverbandes.

„Einmal umsteigen von Gmünd nach New York“

„Zentral für die Zukunft unserer Heimat im nördlichen Niederösterreich ist dabei der Ausbau der entscheidenden Landesstraßen sowie der Ausbau des öffentlichen Verkehrs im gesamten Waldviertel. Wir werden mit großen, neuen Verkehrsprojekten bereits 2026 starten und in den nächsten 15 Jahren rund 1,8 Mrd. Euro in die Hand nehmen“, berichtet Schleritzko weiter.

850 Millionen Euro fließen davon in neue Projekte im Bereich der Bahn. Weitere 500 Millionen Euro stehen für die Beschleunigung von Projekten im Rahmenplan zur Verfügung. Das zukunftsweisendste Projekt ist mit Sicherheit die Verbindung der Franz-Josefs-Bahn mit der Westbahnstrecke über Tulln. „Wir werden damit eine direkte Anbindung von Gmünd an den Flughafen Wien in unter 2,5 Stunden ermöglichen. Gmünd – New York ist dann mit einmal Umsteigen machbar. Wir schaffen damit aber auch eine Verbindung in den Westen nach Linz, Salzburg und München oder den Süden nach Graz und Klagenfurt und damit an weitere wichtige Wirtschafts- und Lebenszentren in der näheren Umgebung. Die Planung und Umsetzung dieses Projekts ist bis 2029 geplant“, berichtet Schleritzko.

Ausbau fast aller Bahnlinien nördlich der Donau

Erstmals wird der Ausbau der Nordwestbahn bis Retz und der Laaer-Ostbahn bis Laa an der Thaya in einem ÖBB-Ausbauplan festgeschrieben. Auf diesen starken Pendlerstrecken wird es bis 2032 einen selektiven zweigleisigen Ausbau geben, der neue Fahrpläne ermöglicht. „Wir werden damit 10 Züge pro Werktag für die Pendlerinnen und Pendler, zusätzlich auf die Schienen setzen können!“, fasst Schleritzko zusammen.

Darüber hinaus wurde auch die Beschleunigung der Attraktivierung der Kamptalbahn mit Durchbindung aller Züge umsteigefrei bis St. Pölten paktiert. Die Umsetzung soll auf dieser Strecke bis 2027 erfolgen. Und die Elektrifizierung des Wegs ins Waldviertel auf der Kremserbahn soll nun bis 2028 realisiert sein.

Für die Strecken Kamptalbahn und Kremserbahn ist ab 2024/25 der Einsatz von neuen, barrierefreien Zügen mit Batterie-Elektro-Antrieb geplant. Damit gibt es für die Attraktivität der Kamptalbahn-Linie über Krems bis St. Pölten einen weiteren Anschub.

Verdoppelung der Investitionen im Landesstraßennetz

„Wo das Land in die Vollen greift ist der Ausbau der Landesstraßen. Wir sprechen hier von Projekten die schneller umgesetzt werden können als eine Autobahn, die Sicherheit schaffen und die Lebensqualität steigern. 220 Millionen Euro sind von 2021 bis 2035 ohnehin für den Erhalt und kleinere Projekte im nördlichen Wald- und westlichen Weinviertel vorgesehen. Mit zusätzlichen 220 Millionen Euro verdoppeln wir das Straßenbau-Budget in der Region nun auf 440 Millionen Euro“, gibt Schleritzko einen Überblick.

  • 90 Millionen Euro fließen in die Achse B 2: Guntersdorf-Horn-Schrems-Staatsgrenze: Projekte, die wir damit umsetzen wollen sind etwa die Umfahrungen Platt, Mittergrabern, Brunn/Wild, Scheideldorf sowie Stögersbach oder die Spurzulegungen Wild und Wildhäuser, Allwanger Spitz sowie Vitis-Schrems.
  • 40 Millionen Euro werden auf der Achse B 4 Stockerau – Horn verbaut: Der Umbau der Anschluss-Stelle Stockerau-Nord steht hier an, ebenso wie Spurzulegungen bei Zissersdorf, Niederrussbach, Heldenberg, Harmannsdorf und Mörtersdorf.
  • Auf der Achse B 37, Krems-Zwettl sprechen wir von 25 Millionen Euro Investitionen: Hiervon ist der Sicherheitsausbau Gneixendorfer Berg und die neue Anschluss-Stelle Gneixendorf Süd umfasst ebenso der Umbau Kreuzung Rastenfeld sowie Spurzulegungen zwischen Rastenfeld-Rastenberg und Stausee-Friedersbach Ost.
  • Die Achse B 36 zwischen Waidhofen/Thaya, Zwettl und Pöggstall erfährt Investitionen von 25 Millionen Euro etwa durch die neu aufgenommene Spurzulegung Vitis-Waidhofen/Thaya oder Bestandsverbesserungen im Bereich Pöggstall-Zwettl. Nicht zuletzt prüfen wir vorgezogene Maßnahmen für die Umfahrung Großglobnitz-Kleinpoppen im Jahr 2021.
  • Von Zwettl über Karlstift zur Landesgrenze mit OÖ werden auf der Achse B 38 ebenfalls 25 Millionen Euro zusätzlich investiert: Das umfasst etwa die Umfahrung Merzenstein sowie Spurzulegungen zwischen Langschlag-Karlstift-Landesgrenze.
  • Auf der Achse B 41, Schrems-Karlstift werden ebenfalls 15 Millionen Euro zusätzlich investiert: Hier geht es um Kreuzungslösungen bei Groß Dietmanns oder Spurzulegungen bei Groß Dietmanns und Gmünd.