26. August 2019

Das dritte Seminar zum Arbeitspaket 4 im Rahmen des Projeketes ConNat AT-CZ (Connechting Nature AT_CZ) fand am 25. Juni 2019 im Besucherzentrum des Nationalparks Thayatal in Hardegg statt. Zahlreiche Projektpartner und Referenten traffen sich zum Themenschwerpunkt „Landschaftsmatrix“.

(c) Nationalpark Thayatal

Das Projekt ConNat AZ-CZ unter Mitarbeit der NÖ.Regional.GmbH konzentriert sich auf den grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch im praktischen Management im Bereich des Naturschutzes.

Da dieses Feld sehr breit gefächert ist und viele interessante Themen sowie viele aktuelle Herausforderungen enthält, ist jedes einzelne Thema in der Regel sehr komplex. So beinhaltete das Seminar Vorträge den Themen der Fragmentierung von Lebensräumen und zum Rückgang der Heterogenität von Landschaften. Beziehen sich einerseits auf den scheinbaren Widerspruch zwischen der Verhinderung der Fragmentierung von Lebensräumen und andererseits auf die Bewahrung des Mosaikcharakters von Landschaften beziehen. Die Vorträge zeigten auf, dass diese beiden gegensätzlichen Bereiche eher miteinander verbunden sind. Die räumliche und auch zeitliche Verbindung ist ein entscheidender Faktor für die biologische Vielfalt. Leider fehlt in einer vom Menschen geprägten Landschaft derzeit häufig die Konnektivität in diesen Kontexten.
Der Verlust von Lebensräumen und die Fragmentierung von Lebensräumen sind heute die größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt. Es muss also die Verbindung von Naturgebieten erhalten und wiederhergestellt werden, um die grüne Infrastruktur zu schützen. Das Problem des Rückgangs der Artenvielfalt in ungeschützten Landschaften ist sehr ernst. Wir erleben eine Schrumpfung der natürlichen Gebiete aufgrund menschlicher Aktivitäten. Inmitten grauer Infrastruktur (Straßen, Siedlungen) und riesiger monokultureller Felder sind nur noch isolierte Inseln der Natur übrig.

 

Die Referenten konzentrierten sich hauptsächlich auf die Theamtiken der Migrationskorridore für große Säugetiere; ein Biotop-Netzwerk (transnational und lokal); die Green Ring Initiative (die dazu beitragen soll, große Grünflächen in der Landschaft zu sichern); Erhaltung von Landschaftselementen in Niederösterreich; und ein schnelles Verschwinden von biologisch wertvollen Feuchtgebieten in Südmähren.
Zusammendfassend wurde festgestellt, dass wir zwar die großen Naturgebiete als Nationalparks ziemlich effektiv schützen,  wir uns auch auf die Verbindung dieser Gebiete sowie auf die Erhaltung viel kleinerer Lebensräume in einer ungeschützten Landschaft konzentrieren müssen. Selbst einzelne alte Bäume oder Hecken zwischen zwei Feldern sind für viele Arten sehr wichtige Lebensräume. Und ein Mosaik aus Weiden, Wiesen und kleineren Feldern mit unterschiedlichen Kulturen ist wichtig für Grünlandarten, die früher verbreitet waren, jetzt aber rapide abnehmen.

Aus den Schlussfolgerungen der abschliessenden Diskussionsrunde konnte die Bedeutung einer internationalen Austausches, einer bereichsübergreifenden und einer abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit und Aufklärung der Öffentlichkeit hervorheben. Besonders wichtig ist eine Zusammenarbeit zwischen Naturschutz- und Raumordnungsfeldern. Auch wurde die Notwendigkeit von Gesetzen zum Schutz der Naturkorridore festgehlaten, sowie die wichtige Aufgabe die Menschen dahingehend zu sensibilisieren, dass sie für die biologische Vielfalt in ihrer näheren Umgebung sorgen.

Die Aktivitäten des Projektes Connecting Nature ATCZ sind bis 2020 projektiert und werden im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V-A Österreich – Tschechische Republik 2014-2020 (www. at-cz.eu/at) aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Kofinanzierung in Österreich erfolgt durch das Land Niederösterreich und das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus.