31. Mai 2017

Den 62 Kleinregionen in Niederösterreich stehen 130 Mikroregionen in Südböhmen und Südmähren gegenüber, die Ziele und Aktivitäten sind ähnlich. Sie reichen von der gemeinsamen Erledigung von Verwaltungsaufgaben über soziale und kulturelle Angebote bis hin zu touristischen Projekten. Gestern bot ein regionaler Workshop im Rahmen des Interreg-Projekts „ConnReg AT-CZ“ am 31. Mai in Ziersdorf den Vertreterinnen und Vertretern der niederösterreichischen Kleinregionen die Gelegenheit, sich über die Mikroregionen jenseits der Grenze zu informieren.

Nach der Begrüßung durch den Ziersdorfer Bürgermeister Johann Gartner stellte Tomáš Grulich vom Kreisamt Südmähren die mikroregionale Landschaft seines Kreises vor. Es gibt 75 Mikroregionen, die vor allem in der Regionalentwicklung und im touristischen Bereich tätig sind, aber auch gemeinsame Verwaltungsaufgaben übernehmen. Ähnliche Aktivitäten werden in Südböhmen von etwa 60 Mikro- und 16 LEADER-Regionen über kleinregionale Kooperationen betrieben, wie Jiøina Karasová und Tomáš Novák in ihrer Präsentation berichteten. Ziel ist es auch hier, die Entwicklung der ländlichen Regionen voran zu treiben, wobei die Zusammenarbeit zwischen den regionalen Einheiten stets auf freiwilliger Basis erfolgt, - in der Tschechischen Republik genauso wie in Niederösterreich.

Alexandra Schlichting vom Amt der NÖ Landesregierung rundete das Bild mit ihrem Referat über die Kleinregionen in Niederösterreich ab. In Niederösterreich sind 62 Kleinregionen und 18 LEADER-Regionen definiert. Die Tätigkeitsbereiche sind vielfältig und reichen von der Zusammenarbeit in der Verwaltung über gemeinsame Abgabenverbände bis hin zu gemeinsamen Betriebsflächen und zur regionalen Identitätsfindung. Die Verbesserung der Erreichbarkeit ist ebenfalls ein wichtiges Thema der Gemeindekooperationen. In den LEADER-Regionen sind auch Unternehmen in die Kooperation involviert. Die sogenannten Lokalen Aktionsgruppen haben darüber hinaus die Möglichkeit, Projekte im ländlichen Raum durch EU-Mittel finanziell zu fördern. 

Doris Fried, Büroleiterin der NÖ.Regional.GmbH im Weinviertel, stellte mit Rainer Miksche aus der Kleinregion Zukunftsraum Thayaland und Karl Nagl aus der Kleinregion Land um Laa zwei niederösterreichische Vertreter vor, aus deren Arbeitsalltag die Zusammenarbeit mit den tschechischen Kolleginnen und Kollegen nicht mehr wegzudenken ist. Beide zeigten vielfältige Möglichkeiten auf, wie gute Nachbarschaft gepflegt und in sinnvollen Projekten genutzt werden kann. 
Für die grenzüberschreitende Kooperation zwischen Kleinregionen oder Gemeinden bietet ab Mitte Juni der Kleinprojektefonds Österreich-Tschechien finanzielle Unterstützung, Jitka Kössler von der NÖ.Regional.GmbH lieferte die Informationen zu diesem Fördermodell. 

Unterstützt werden gemeinsame Aktivitäten mit tschechischen Partnerorganisationen. Die Palette reicht vom einmal stattfindenden Schüleraustausch bis zum standardisierten Wissenstransfer, von der Vertiefung bestehender bis zum Aufbau neuer Gemeindepartnerschaften, und vielem mehr. Wichtig ist, dass es sich um echte grenzüberschreitende Aktivitäten handelt.
Die Teilnehmenden des Workshops hatten in den verschiedenen Arbeitsgruppen die Möglichkeit, Visionen für die Zukunft und Ideen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu entwickeln, aber auch die Hindernisse zu diskutieren. Zu den Herausforderungen zählt auch in der neuen Periode des Förderprogramms der verhältnismäßig hohe Verwaltungsaufwand für Interreg- und LEADER-Projekte.

Kleinprojektefonds AT-CZ
Kleinregionen NÖ
LEADER-Regionen Südböhmen
Mikroregionen Südböhmen
Mikroregionen Südmähren