14. Juni 2017

Gute Nachbarn sind ein echter Schatz, sagt ein Sprichwort aus Ungarn. Mit den tschechischen Nachbarn ist das nicht anders. Für zahlreiche Gemeinden in den Grenzregionen sind die gemeinsamen Aktivitäten mit den tschechischen Nachbarn nicht mehr aus ihrem Alltag wegzudenken. Seit 14. Juni ist der neue Kleinprojektefonds offen, neue Projekte können eingereicht werden.

Viele kleine Projekte haben bereits in der letzten Förderperiode das Kennenlernen der Menschen beiderseits der Grenze gefördert und deren Leben bereichert. Für Hannes Bauer, den Vorsitzenden des Regionalverbandes Euregio Weinviertel, stellt der Kleinprojektefonds eine wichtige Unterstützung für die Grenzregion zur Verbesserung der Lebensqualität dar. „Durch die gemeinsamen Aktivitäten und das Lernen voneinander werden Vorurteile abgebaut, und oft ist ein kleines Projekt eine Initialzündung für mehr“, sagt Bauer und lobt das ausgezeichnete Klima bei den grenzübergreifenden Gemeindetreffen. „Nicht zuletzt aufgrund der Bemühungen der Regionalverbände fällt der Bürokratieaufwand nun erheblich geringer aus als früher“, so Bauer weiter.

Niederösterreich hat als einzige teilnehmende Region das Fördermodell überarbeitet und den Verwaltungsaufwand stark reduziert. So wird der komplette administrative Prozess durch die Servicestelle NÖ.Regional.GmbH abgewickelt, die auch alle förderbaren Kosten eines genehmigten Kleinprojektes finanziert. Die Vorfinanzierung und das Warten auf die Auszahlung zugesagter EU-Mittel sind damit Geschichte. Die lokalen Initiativen können sich durch diese Entlastung ganz auf die Umsetzung der Projekte konzentrieren.

Landtagsabgeordnete Margit Göll hat als Bürgermeisterin der Grenzgemeinde Moorbad-Harbach bereits in der Vorperiode einige Projekte erfolgreich über den Kleinprojektefonds abgewickelt, unter anderem im Jahr 2014 das gemeinsame Fest „ 25 Jahre offene Grenze“, dem seither das jährliche Grenzfest folgte, abwechselnd auf niederösterreichischer und tschechischer Seite. Sie meint: „Durch unsere Sprachkurse grüßen die Menschen einander in der anderen Sprache und sind sich insgesamt näher gekommen; beim Essen und Feiern genauso wie beim Austausch von Wissen über Bräuche, Geschichte und Kultur. Das alles hilft, Vorurteile abzubauen, und das wieder gewonnene Miteinander gilt es unseren Kindern zu vermitteln.“

Weniger bekannt ist die Tatsache, dass nicht nur Grenzregionen, sondern auch weiter entfernte Partnergemeinden sowie Vereine und Organisationen, die mit tschechischen Partnern kooperieren, vom Kleinprojektefonds profitieren können. Das Projektgebiet erstreckt sich auf niederösterreichischer Seite neben den Hauptregionen Waldviertel und Weinviertel über das Mostviertel und teilweise auch NÖ-Mitte.

Finanziert wird (fast) alles, was die Zusammenarbeit zwischen Städten, Gemeinden, Institutionen und Interessensverbänden stärkt, beispielsweise Workshops, Konferenzen oder Exkursionen, aber auch Ausstellungen und Schüleraustausche. Wichtig dabei ist die gemeinsame Vorbereitung und Umsetzung durch die Projektpartner, außerdem die gemeinsame Abwicklung des Personals oder der Finanzierung. Pro Projekt werden bis zu 23.500 Euro gefördert, ein genauer Katalog listet alle finanzierbaren Leistungen auf. Insgesamt stehen für die Förderperiode 2017-2019 etwa 740.000 Euro zur Verfügung.

Wissenswertes rund um den Kleinprojektefonds vermitteln demnächst zwei Workshops in Zistersdorf (21. Juni) und Zwettl (22. Juni), Beginn ist jeweils um 9 Uhr. Alle erforderlichen Informationen und Unterlagen gibt es außerdem auf der Webseite der NÖ.Regional.