24. April 2020

Im Rahmen eines EU-Projektes entstehen mit Kindern und ExpertInnen Lehrunterlagen, die ihnen typische Landschaftselemente der heimatlichen Grenzregion nahebringen.

Albrechtsberg. SchülerInnen der Volksschule Albrechtsberg und der Grundschule Řimov in Südböhmen erforschen typische Landschaftselemente der Grenzregion. Bicheln, Kobeln, Hochraine werden gemeinsam mit Wald-, Wildökologie-, Landschafts- und LandwirtschaftsexpertInnen bearbeitet. Dabei entstehen Lehrunterlagen, die von 1000 SchülerInnen genutzt werden können. Warum beschäftigt man sich genau mit diesen Landschaftselementen? Weil sie Lebensraum für eine Vielfalt von Tieren und Pflanzen bilden, die schützenswert sind. Die NÖ.Regional.GmbH unterstützt als KPF-Verwalter die Umsetzung des Projekts.

Durch das durch den so genannten „Kleinprojektfonds“ unterstützte Projekt „Lapbook über typische Landschaftselemente“ werden Grundlagen für 1000 SchülerInnen der Grenzregion geschaffen. Lapbooks sind Mappen, Bücher oder Taschen, in welchen Lehrmaterialien zu einem bestimmten Thema von Kindern gesammelt werden. Dabei beschäftigen sich die Schüler bastelnd, malend und schreibend mit dem Lehrstoff. Es entstehen individuelle, sehr anschauliche Unterlagen. Durch die intensive und kreative Beschäftigung prägen sich die Inhalte einfach und schnell ein.

Bicheln, Kobeln und Hochraine waren und sind für Waldviertel und Südböhmen typische Landschaftselemente. Leider gehen diese kleinen, meist (vom Menschen) ungenutzten, Flächen zusehends verloren. Dabei stellen sie wichtige Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen dar. „Wir wollen unseren SchülerInnen zeigen, wie vielfältig das Leben in Bicheln, Kobeln und Hochrainen ist,“ erklärt Petra Mayrhofer, Direktorin der Volkschule Albrechtsberg: „Verschwinden diese kleinen Flächen, verschwinden auch die dort lebenden Tiere und Pflanzen. Für diese Folgewirkungen möchten wir unsere SchülerInnen sensibilisieren.“

Typisch für das Waldviertel waren Streifenfluren. Kleine schmale Felder wurden durch Hochraine voneinander abgegrenzt. Durch die Vergrößerung der landwirtschaftlichen Betriebe und durch die Kommassierungen in der Tschechischen Republik aber auch in Österreich werden die Felder immer größer und die kleinen von Vielfalt geprägten Landschaftselemente gehen verloren.

Eine tschechisch-österreichische ExpertInnengruppe erarbeitet begleitet von Doris Maurer, w4projects, Lehrunterlagen, welche Einblick in die historische Entwicklung der Landschaftsgestaltung in der Grenzregion gibt. Detailliert werden Tiere, Insekten und Pflanzen beschrieben, die in Bicheln, Kobeln, und Hochrainen zu finden sind. Aufgezeigt werden die positiven Aspekte und die Nutzbarkeit der Artenvielfalt. Die SchülerInnen der beiden Projektschulen haben die Möglichkeit gemeinsam bei Lehrausgängen die Landschaftselemente sowohl im Waldviertel als auch in Südböhmen zu besichtigen und zu erforschen. Großes Augenmerk wird daraufgelegt, dass sich die SchülerInnen bei dieser Gelegenheit auch persönlich kennen lernen und ein Bewusstsein für die schützenswerte gemeinsame Region entwickeln. Ein bisschen Geduld ist noch gefordert, da aufgrund der Coronavirus-Epidemie diese gegenseitigen Besuche derzeit nicht möglich sind. Die Projektverantwortlichen hoffen aber im Herbst die Lehrausgänge durch führen zu können.

Das Projekt „Lapbook über typische Landschaftselemente (KPF 01-188) der Volksschule Albrechtsberg und der Grundschule Řimov wird im Rahmen des Projektes FMP/KPF AT-CZ 2014-2020 durch den Europäischen Fonds für Regionalentwicklung, Programm „INTERREG V-A Österreich-Tschechische Republik“, gefördert und durch Eigenmittel der NÖ.Regional.GmbH kofinanziert.

Die NÖ.Regional.GmbH verwaltet im Auftrag der NÖ Landesregierung den NÖ Kleinprojektefonds, der people-to-people Aktivitäten zwischen Niederösterreich, Oberösterreich, Südböhmen, Vysocina und Südmähren fördert. Wir unterstützen durch Beratung bei Einreichung, Antragstellung und Abrechnung. Der Kleinprojektefonds ist ein Projekt im Rahmen des Programms Interreg V-A AT-CZ und wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.