08. Mai 2018

In der Stadtgemeinde Gloggnitz liegen die Volksschule und NMS direkt im Zentrum. Um das morgendliche Verkehrschaos durch Elterntaxis zu reduzieren, wurden seit Beginn des Sommersemesters verschiedene verkehrsreduzierende Aktionen gesetzt.

Gloggnitz kennt das Problem wie viele Städte und Gemeinden in Niederösterreich auch: immer mehr Kinder werden von den Eltern mit dem Auto in die Schule gebracht. Ein Verkehrschaos rund um die Schulen vor - allem am Morgen - ist das Resultat. Die StadtpolitikerInnen – allen voran Bürgermeisterin Irene Gölles – der neue Direktor der Volksschule und die Vorsitzende des Elternvereins wollten etwas dagegen unternehmen. Mit Unterstützung des Mobilitätsmanagements Industrieviertel, der KEM Schwarzatal und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) wurden im Frühjahr 2018 gebündelt mehrere Maßnahmen gesetzt:

• Das KFV entwickelte einen Schulwegplan.
• Das Regionale Mobilitätsmanagement organisierte Aktionstage zu den Themen „Sicherheit und Orientierung am Bahnhof und im Zug“ sowie „Fahrplanlesen und Fahrplanauskunft“, welche gemeinsam mit den ÖBB und dem Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) abgehalten wurden.
• Und durch das Engagement der Schul- und Elternvertreter startetet der erste Pedibus im südlichen Niederösterreich mit gleich zwei Linien nach Ostern, Anfang April 2018.

Im Rahmen des Aktionstages „Mit Zug und Bus unterwegs – Mein Fahrplan!“ lernten SchülerInnen der 4. Klasse Volksschule interaktiv unterschiedliche Möglichkeiten kennen Fahrpläne zu lesen und selbst zu erstellen. Dafür reistendie Vertreter des VOR mit einem Tablettscreen an, auf dem die Kinder mit der VOR App AnachB Routen, sog. Mobilitätswegeketten, selbst zusammenstellen konnten. Die MitarbeiterInnen der ÖBB Personenverkehr AG planten mit den Kindern mit Hilfe von ÖBB Scotty am Laptop eine Reise und das Mobilitätsmanagement Industrieviertel unterstützte beim Lesen von analogen Fahrplanaushängen.
Die Kinder hatten Spaß unterschiedliche Aufgaben an den einzelnen Stationen zu lösen. Für jede richtige Antwort gab es einen Stempel im Sammelpass und zum Schluss einen kleinen Preis.

Ziel der Aktion war der Kompetenzerwerb in Hinblick auf selbständige Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Dies ist besonders vor dem Übertritt von der Volksschule in die NMS oder ins Gymnasium wichtig, da dies oft einen weiter entfernteren Schulweg mit sich bringt. Außerdem wird es in der Region 2020 (nach erfolgter Busausschreibung) einen neuen Fahrplan geben, so dass die Kinder bestens auf eventuelle Fahrplanänderungen vorbereitet sind.

Um die aktive Mobilität und sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu fördern, rief der Elternverein gemeinsam mit der Schulleitung einen Pedibus mit gleich zwei „vollbesetzten“ Linien ins Leben. Vom 9. bis 27. April kamen jeden Tag ca. 20 Kinder, begleitet von ehrenamtlichen Schulwegpolizisten, in die Schule. Auch zum Schulstart Anfang September 2018 wird der Pedibus wieder unterwegs sein und vor allem den Erstklässlern Unterstützung auf ihrem Schulweg bieten.