18. September 2019

Ausbildung, Beruf oder andere Lebensereignisse führen häufig zu Abwanderung junger Menschen aus der Region. Dass der Kontakt zu ihnen nicht abreißt und sie sich trotz räumlicher Distanz mit dem Mostviertel identifizieren und sich hier zu Hause fühlen, dafür sorgt ein eigens gegründeter Verein. Pro-aktiv, mit Humor und realen Kontakten wird ein Zusammengehörigkeitsgefühl der „Expatriats“ gehegt und gepflegt. Damit will man den jungen Menschen auch eine eventuelle Rückkehr in die Region vereinfachen.

Der demographische Wandel und die Abwanderung von jungen, gut ausgebildeten Menschen stellen viele Regionen und Gemeinden vor große Herausforderungen. Im Mostviertel hat man mit der Initiative „Get the Most“ einen neuen Lösungsansatz erarbeitet, um das Thema strategisch und laufend zu bearbeiten. Man setzt dabei vor allem direkt bei den jungen Menschen an.

Ausgehend von einem LEADER-Projekt der Eisenstraße und einer demographische Analyse von 24 Gemeinden wurden neue Maßnahmen für das Mostviertel erarbeitet. Junge Menschen sollen so für die Region begeistert und die negative Wanderungsbilanz dadurch langfristig und nachhaltig verbessert werden. Auch ein eigener Verein wurde 2019 dafür gegründet.

Inspiration zu dem Projekt hat man sich aus der Kundenbindung geholt, wie sie beispielswiese von Unternehmen praktiziert wird. Unternehmen kommunizieren mit ihren Kunden im Zuge der Kundenpflege („Customer Relationship Management“) regelmäßig und strategisch. Das Prinzip der Kundenkommunikation wurde für die Regionalentwicklung adaptiert - mit einem besonderen Fokus auf die jungen Menschen – im Sinne eines „Young Citizen Relationship Management“

Durch eine aktive, positiv besetzte Kommunikation soll symbolisch ausgedrückt das Band zur Region nicht abreißen, selbst wenn man diese für Ausbildung oder Beruf verlässt. Die Region verspricht sich davon einen Rückgang der Abwanderung bzw. eine Steigerung der Rückkehrer-Quote.

An der Umsetzung dieser Strategie ist der neu gegründete Verein „Netzwerk Mostviertel – Get the Most“ stark beteiligt (www.get-the-most.at). Dieser setzt sich vor allem aus jungen Menschen zusammen, die sich ehrenamtlich für das Mostviertel engagieren. Man will ein modernes, weltoffenes und fortschrittliches Bild vom Mostviertel repräsentieren und aktiv nach Außen kommunizieren. Zur Erreichung dieser Ziele werden laufend verschiedene Maßnahmen umgesetzt (siehe unten).

Das Logo der Initiative zeigt eine Mostviertler Birne, die als Standortpfeil dargestellt ist. Das soll verdeutlichen, dass das Mostviertel ein lebenswerter Wohn-, Arbeits- und Lebensstandort ist: Get the Most – wer hier an diesem Standort lebt und arbeitet, bekommt nicht nur viel, sondern das Meiste!

Das Projekt wird zu 80 % aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes NÖ finanziert. Projektträger ist der Verein Eisenstraße NÖ und zahlreiche, regionale Organisationen treten bereits als Kooperationspartner auf (Leaderregion Moststraße, NÖ.Regional.GmbH, Zukunftsakademie Mostviertel etc.).

 

Was wurde schon gemacht?

„Mostviertel in Wien-Stammtisch“ – Netzwerktreffen in Wien

Bereits 4 Mal gab es einen Mostviertel in Wien-Stammtisch an 4 unterschiedlichen Orten in Wien. Die Stammtische dienen der Vernetzung regionaler Akteure und Unternehmen und haben inkl. der musikalischen Umrahmung und Verpflegung immer Bezug zur Region.

Aufbau einer Online-Plattform sowie Newsletter

Die Website www.get-the-most.at liefert Informationen. Sie beinhaltet u.a. einen Blog, in dem über besondere Erlebnisse oder Projekte aus der Region berichtet wird. Durch die „Wall of Most“ wird auch die digitale Vernetzung forciert. Ein Newsletter informiert regelmäßig über die Initiative. Rund 300 Menschen sind derzeit mit der Initiative verbunden.

Exkursionen und Ausflüge in die Region

Eine „Tour the Most“ (Radtour am Ybbstalradweg) hat bereits stattgefunden und weitere Exkursionen sind in Planung.

„Club to Most“

Am 23. März 2019 fand ein großes Clubbing in der Ottakringer Brauerei statt, das vor allem auf dem Bewerben der Initiative und einer guten Positionierung bei der Zielgruppe  abzielte.

Kampagne

Neben Kampagnenfotos entstehen im Rahmen des Projektes auch Kurzvideos, in denen für die Initiative relevante und repräsentative Persönlichkeiten porträtiert werden („Rückkehrer“, start ups, UnternehmerInnen usw.).

Ansprechen junger Menschen und Ausbau des Netzwerkes

Unterstützung der Gemeinden bei Jungbürgerfeiern, Maturanten für die Initiative gewinnen.