08. April 2019

Das „Bratislava Umland Management“ organisierte am 9. und 10. April eine zweitägige Fachexkursion in die Stadt Salzburg und deren nur 8km entfernte bayerische Nachbarstadt Freilassing. Ähnlich wie im Raum Bratislava, gibt es auch in Salzburg einen Trend zum grenzüberschreitenden Wohnen und Arbeiten. Diese Exkursion sollte insbesondere dazu dienen sich Inspirationen zu holen für eine vertiefte grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bratislava und deren österreichischen Umland. 25 Teilnehmer aus Niederösterreich, dem Burgenland und Bratislava nahmen teil.

Gemeinderat Rastislav Pavlik (Hainburg), Bürgermeister Andreas Hammer (Berg), 1. Bürgermeister Josef Flatscher (Freilassing) und Bürgermeister Martin Almstädter (Petronell-Carnuntum) im Rathaus von Freilassing. © Stadt Freilassing/Zeeb

Unter den Teilnehmern der Exkursion waren beispielsweise Vertreter von Gemeinden, die in Grenznähe zu Bratislava liegen: Bürgermeister Karl Grammanitsch aus Lassee, Bürgermeister Martin Almstädter aus Petronell-Carnuntum, Bürgermeister Andreas Hammer aus Berg sowie der Hainburger Gemeinderat Rastislav Pavlik. Weiters nahmen auch fünf Bürgermeister und Bürgermeisterinnen aus den Grenzstadtteilen von Bratislava an der Exkursion teil, sowie Fachmitarbeiter der Raumplanungs¬abteilungen von Niederösterreich, dem Burgenland und Bratislava. Auch der neue Sektionsleiter für Raumplanung der Stadt Bratislava, Herr Marek Dinka, nahm an der Exkursion teil.

Grenzüberschreitender Nahverkehr als Vorbild

Die Situation im österreichisch-deutschen Grenzgebiet ist ähnlich jener von Bratislava mit seinen österreichischen Umlandgemeinden. Die Nähe der Stadt Freilassing zu Salzburg ist dabei durchaus vergleichbar mit der Lage von Kittsee, Hainburg oder Marchegg in Bezug auf Bratislava. Die Fahrt mit dem Zug vom Salzburger Hauptbahnhof ins deutsche Freilassing dauert gerade einmal 10 Minuten – im 15-Minutentakt verkehrt ein Regionalzug oder eine S-Bahn, zusätzlich verbindet noch eine Buslinie im 30-Minutentakt die Zentren der beiden Nachbarstädte. Die Teilnehmer der Exkursion machten sich im Rahmen einer Zugfahrt nach Freilassing selbst ein Bild und waren insbesondere von den dichten Verkehrsintervallen ins Nachbarland beeindruckt und davon, dass es bereits seit 2006 einen grenzüberschreitenden Verkehrsverbund im Raum Salzburg gibt.

Empfang im Rathaus von Freilassing

Angekommen in Freilassing, wurde die niederösterreichisch-burgenländisch-slowakische Delegation vom 1. Bürgermeister von Freilassing, Herrn Josef Flatscher, empfangen. Der Bürgermeister berichtete uns über die besonderen Herausforderungen der Stadt Freilassing in Bezug auf Ihre Grenzlage. Unter den 17.200 Einwohnern der Stadt sind übrigens auch 2.200 österreichische Staatsbürger, das sind rund 13 % der Bevölkerung. Weitere hochkarätige Vortragende – Dr. Andreas Schmidbaur, Abteilungsvorstand für Raumplanung in der Stadt Salzburg sowie Dr. Franz Dollinger vom Land Salzburg - thematisierten außerdem das Thema Raumplanung im Grenzraum.

Institutionalisierte Grenzregion als Vorbild

Die Fachexkursion fand übrigens in Kooperation mit der EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land – Traunstein statt. Diese grenzüberschreitende Organisation wurde auch detailliert von Geschäftsführer Steffen Rubach vorgestellt. Die Region um die Stadt Salzburg hat eine gewisse Vorbildfunktion für die Stadtregion Bratislava, denn bereits seit 1995 gibt es mit der „EuRegio“ eine Institution, die sich um grenzüberschreitende Belange kümmert. Eine derartige Institutionalisierung ist auch ein Ziel für die Stadtregion Bratislava mit ihrem österreichischen Umland. Diese Exkursion sollte somit auch dazu dienen, sich Inspirationen zu holen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in und um Bratislava.

Die nächsten Veranstaltungen des Bratislava Umland Managements stehen bereits vor der Tür - bereits im Mai starten die sogenannten „Border Walks“. Das sind geführte Spaziergänge und Wanderungen im österreichisch-slowakischen Grenzgebiet. Nähere Informationen finden Sie unter www.noeregional.at/borderwalks (Anmeldung seit 15.04.2019 möglich)

Das Projekt Bratislava Umland Management 2020 wird im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V-A Slowakei – Österreich 2014-2020 aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.