01. April 2019

Im Auftrag des Regionalentwicklungsvereines Südliches Weinviertel wird ein Grobkonzept zur Kostenabschätzung eines regionalen Anrufsammeltaxis erarbeitet. Am 28. März fand der erste Planungsworkshop dazu in Gaweinstal statt, im Rahmen dessen BürgermeisterInnen und Mobilitätsbeauftragte ihren Input zur Grundlagenermittlung lieferten.

Das Kernteam zur Entwicklung des Regions-AST mit Peter König (B.I.M.), Andreas Zbiral (NÖ.Regional Mobilitätsmanagement), Sandra Wels-Hille (Land NÖ, RU7), Bgm. Kurt Jantschitsch (Bad Pirawarth, Obmann der Region Südliches Weinviertel), Bgm. Richard Schober (Gaweinstal), Georg Hofer (B.I.M.), Edith Grames (Regionsmanagerin), Bgm. Erich Hofer (Auersthal). © NÖ.Regional_Heinisch

Die Region Südliches Weinviertel hat sich dem Thema mehr Lebensqualität durch kurze Wege verschrieben. Daher ist die Flexibilisierung der individuellen Mobilität der nächste logische Schritt zum Ziel. Ein beauftragtes Planungsbüro wird zwei vordefiniert Betriebsszenarien (unterschiedliche Betriebszeiten, Komfortzuschläge...) berechnen, wodurch der ungefähre Finanzierungsbedarf für die Region und die Gemeinden abgeschätzt werden kann. Auf dieser Grundlage können weitere Schritte beschlossen werden. Sollten die Gemeinden eine Detailplanung ausschreiben, könnte der Betrieb eines Anrufsammeltaxis in der Region in etwa eineinhalb Jahren starten. Das Mobilitätsmanagement der NÖ.Regional.GmbH begleitet diesen Prozess und moderierte den ersten Workshop.

Um Lücken in Mobilitätsketten zu schließen, brauchen vor allem ländliche Regionen mehr flexible Mobilitätsangebote wie Anrufsammeltaxis. Diese nachfragebasierten Angebote werden in das Angebot des Verkehrsverbundes integriert, wie das beispielsweise beim IST-mobil im Bezirk Korneuburg der Fall ist. Die Siedlungsstruktur im Südlichen Weinviertel war - wie auch in anderen Regionen - in den letzten Jahrzehnten einem Wandel unterworfen. Dieser anhaltende Strukturwandel führt unter anderem dazu, dass wir mehr und mehr Zeit für Mobilität - die „tägliche Fahrerei“ - aufwenden müssen. Jene, die mobil sind, nehmen diese Tatsache vielleicht gelassen hin. Wir sind jedoch nicht in allen Phasen unseres Lebens gleich mobil. Für ältere Menschen, Kinder und Jugendlichen sind lange Wege gleichbedeutend mit einer Einschränkung ihrer Selbständigkeit, ihrer Freiheit, ihrem sozialen Leben – kurz ihrer Lebensqualität

Gemeinden verfügen oftmals über keine optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr und damit über keine flächendeckende Mobilitätsversorgung. Bewohner der Region sowie Gäste können zumeist nur mit dem eigenen Pkw mobil sein und die An- und Abreise ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur bedingt garantiert. Auch Fahrten innerhalb der Gemeinden können meist nur mit dem eigenen Fahrzeug durchgeführt werden. In den Gemeinden fehlt die Versorgung an öffentlichen Verkehrsmitteln für die sogenannte „letzte Meile“. Flächendeckende Mikromobilitätslösungen können hier Abhilfe schaffen, indem sie nicht nur die Wohn- und Lebensqualität der Bevölkerung verbessern, sondern auch eine Aufwertung des Wirtschaftsstandortes ermöglichen und dadurch Wirtschaftswachstum begünstigen. Die Zeiten des Zweit- und Drittautos sollten auch im Sinne des Klimaschutzes beendet werden. Immer mehr Menschen ersparen sich diese Kosten ganz bewusst.

Text: Regionsmanagerin Dr. Edith Grames, NÖ.Regional.GmbH

„Mobilitätsmanagement“ ist ein Service der NÖ.Regional.GmbH. Es unterstützt die Gemeinden in Niederösterreich in allen Fragen der regionalen Mobilität und ist ihr fachlicher Ansprechpartner vor Ort. Das Mobilitätsmanagement der NÖ.Regional.GmbH wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert. Nähere Informationen zu IWB/EFRE finden Sie auf www.efre.gv.at

„Kleinregionen“ sind Plattformen, die rasche Abstimmung und Informationsaustausch zwischen Gemeinden und Land ermöglichen und mit ihren Projekten einen wichtigen Beitrag in der Regionalentwicklung leisten. Die NÖ.Regional.GmbH serviciert Kleinregionen und berät sie bei jeglichen kleinregionalen Aufgabenstellungen. Gemeinsam suchen wir nach regionalen, passgenauen Lösungen.