28. Oktober 2020

Am Samstag, dem 17. Oktober 2020 ergriffen die IG-Piestingtal-Bürgermeister die einmalige Chance, in einem Wasserstoffzug auf Probefahrt mit der Gutensteinerbahn quer durchs Piestingtal zu fahren. Fazit der begeisterten Bürgermeister: „Eine tolle Technologie! Die wäre absolut perfekt für unsere Bahnstrecke! Nicht nur emissionsfrei, sondern auch deutlich leiser als ein Dieseltriebwagen! Zu hören sind nur die nahezu lärmfrei arbeitenden E-Motoren und die Abrollgeräusche der Räder auf den Schienen sowie die Geräusche infolge des Luftwiderstandes!“

Zur Vorgeschichte: Durch rechtzeitige Verständigung der Regionsbürgermeister untereinander wurde vor einigen Jahren bereits eine Resolution zum Erhalt und zur Verdichtung des Taktverkehrs der Gutensteinerbahn an Bund, Land, ÖBB und VOR überreicht. Die Bemühungen haben Früchte getragen – seit Ende 2019 fährt die Gutensteinerbahn inzwischen zu den Hauptverkehrszeiten frühmorgens und nachmittags halbstündlich, ansonsten stündlich zwischen Gutenstein und Wiener Neustadt hin und her und transportiert nun sämtliche Gäste seit Wegfall des Parallelverkehrs mit dem Bus per Anfang Juli 2020!

 

Damit das Bahnfahren aber nicht nur ermöglicht, sondern auch noch umweltfreundlich für die NutzerInnen des öffentlichen Verkehrs angeboten werden kann, müssen die derzeit verkehrenden Dieseltriebwägen mittelfristig durch neue Technologien ersetzt werden, dessen sind sich auch die Bürgermeister im Klaren.  Aus diesem Grund waren sie besonders interessiert, als sie hörten, dass eine Probefahrt mit einem Wasserstoffzug entlang der Gutensteinerbahn in Planung sei.

 

DI Martina Sanz vom Mobilitätsmanagement Industrieviertel der NÖ.Regional stellte einen Kontakt zur ÖBB her. Herr Ing. Klaus Bürstmayr, der neue Ansprechpartner für Nah- und Regionalverkehr in der Ostregion, informierte die Bürgermeister über die geplanten Fahrzeiten und lud sie erfreut zu einer Kostprobe dieser neuen umweltfreundlichen Technologie ein.

 

Um 9.33 Uhr ging´s vom Bahnhof Gutenstein aus los. Der Zugführer präsentierte technische Details zum Antrieb des Zuges und gab sein Möglichstes, die Fahrt für die Bürgermeister zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Zur Technologie: Im Wasserstoffzug erzeugt eine Brennstoffzelle Strom aus Wasserstoff. Die erzeugte Energie wird in Batterien gespeichert. Angetrieben wird der Zug dann von Elektromotoren. Das Fahrzeug kann so vollkommen unabhängig von einer Oberleitung elektrisch fahren. Mit einer vorhandenen Wasserstoff-Tankinfrastruktur kann nach nur 15 Minuten für die Betankung eine Reichweite von 600 Kilometern erreicht werden.  

Am Foto v.l.n.r. (Copyright IG-Piestingtal):

Bgm. Michael Kreuzer–Gutenstein, Bgm. Uwe Mitter-Muggendorf, Bgm. Roland Braimeier–Markt Piesting, Bgm. Christian Wagner–Rohr im Gebirge, Bgm. Michael Zehetner–Waldegg, Bgm. Hubert Postiasi-Pernitz

„Mobilitätsmanagement“ ist ein Service der NÖ.Regional. Es unterstützt die Gemeinden in Niederösterreich in allen Fragen der regionalen Mobilität und ist ihr fachlicher Ansprechpartner vor Ort. Das Mobilitätsmanagement der NÖ.Regional wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert. Nähere Informationen zu IWB/EFRE finden Sie auf www.efre.gv.at