22. Oktober 2019

1989 ist der Eisernen Vorhang gefallen. Plötzlich war möglich, was vorher unvorstellbar war. 2019 möchten wir diese glückliche historische Wendung gebührend feiern. Die Konferenz zum Kleinprojektefonds Österreich – Tschechische Republik am 16. Oktober 2019 in der Nähe von Znaim widmete sich diesem Jubiläum. Es waren vor allem junge Menschen zur Diskussion über die Veränderungen in diesen 30 Jahren eingeladen.

Der Kleinprojektefonds unterstützt bereits seit mehreren EU-Programmperioden viele kleine grenzüberschreitenden Projekte und hilft mit, die nachbarschaftlichen Beziehungen zu verbessern. Die NÖ.Regional.GmbH fungiert als KPF-Verwalter und übernimmt einen Großteil der Administration für die niederösterreichischen Projektantragsteller. Er ist ein Instrument, welches das persönliche Kennenlernen und Miteinander über die Staatsgrenzen hinweg unterstützt. Darum steht das Land Niederösterreich voll und ganz zu dieser Maßnahme. Hier wird Geld und Personal (angestellt bei der NÖ.Regional.GmbH) in die Hand genommen, um eine möglichst reibungslose Abholung der EU-Mittel zu ermöglichen.

Landesrat Martin Eichtinger, die Botschafterin der Tschechischen Republik in Österreich, Frau Ivana Červenková, der Kreishauptfrau-Stellvertreter des Kreises Südböhmen, Pavel Hroch, der Kreishauptmann-Stellvertreter des Kreises Vysočina, Pavel Pacal und der Vertreter des Ministeriums für regionale Entwicklung in der Tschechischen Republik, Jiří Horáček, waren sich in Ihren Statements bei der Konferenz über den Nutzen von Förderschienen für die Verbesserung der nachbarschaftlichen Beziehungen einig. Vieles hat sich in den letzten 30 Jahren seit 1989 und vor allem auch seit 2004, seit dem Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen Union, bewegt. Der Austausch zwischen den durch Jahrzehnten getrennten Staaten nimmt stetig zu.

Die Ergebnisse des Kleinprojektefonds bestätigen diesen Trend. Im Juni 2017 wurde der KPF der Programmperiode 2014-2020 gestartet. Bis Sommer 2019 wurden in 7 Einreichrunden gesamt 279 Projekte durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der Höhe von 4.170.000,00 € unterstützt. Der KPF ist ein wichtiges Instrument für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit vor allem in den Bereichen Bürgerbegegnungen, Bildung, Schulkooperationen, Kultur und Tourismus. Weitere 3.000.000,00 € EFRE-Mittel können bis Ende 2022 in die Regionen fließen und das Zusammenrücken weiter fördern.

Bei der Konferenz wurden erfolgreiche Projekte vorgestellt. Eva Mayer aus Wolfsberg bei Zwettl berichtete über die Österreich-Tschechische Kunstakademie, im Rahmen derer 10 bis 14-jährige Schülerinnen und Schüler von der Kunstschule Jindřichův Hradec und der Regionalmusikschule Waldviertel ein Musiktheater mit Tanz, Gesang und Theater einstudiert und gemeinsam zur Aufführung gebracht haben. In vielen gemeinsamen Proben und während des Sommercamps wuchs die Gemeinschaft der Jugendlichen zusammen. Schließlich konnten sie im September vier äußerst beeindruckende Aufführungen zum Besten geben. Eva Mayer präsentierte einen sehr berührenden Videoausschnitt aus dem Musiktheater.

Nicht nur im Bereich Schulen und Gemeinden wird kooperiert, sondern auch auf Verwaltungsebene. Der Kreis Vysočina und das Amt der NÖ Landesregierung, vertreten durch Herrn Handa und Herrn Platzer, nutzten den KPF, um einen aktiven Erfahrungsaustausch der Straßenverwaltungen in der Grenzregion zu ermöglichen. In Oberösterreich und Südböhmen wiederum kooperierten die Wasserrettung Lipno und die Österreichische Wasserrettung Landesverband Oberösterreich. Gemeinsame Weiterbildungen ermöglichten den Teilnehmern Einblicke in die jeweiligen Vorgangsweisen. Lernen durch gemeinsames Tun stand im Mittelpunkt. Schön an den KPF-Projekten ist auch, dass der Grundstein für langfristige Partnerschaften gelegt wird. Denn an jedem einzelnen Projekt muss ein österreichischer und ein tschechischer Projektpartner teilnehmen. Oft werden hier bereits bestehende Beziehungen vertieft und für die zukünftige Zusammenarbeit gestärkt.

Mitarbeiterinnen der NÖ.Regional.GmbH bieten einen umfassenden Service für eine erfolgreiche KPF-Einreichung. Angefangen von der Beratung bei der Projektentwicklung, über die Unterstützung bei der Einreichung bis hin zur Abwicklung der Dokumentation und der Finanzierung reicht das Aufgabengebiet der NÖ.Regional.GmbH. Im Bereich der Finanzierung übernimmt sie den 15%-Eigenmittelanteil und die Begleichung aller Rechnungen der förderfähigen Kosten. Dadurch können sich die niederösterreichischen Projektträger voll und ganz auf die Umsetzung ihres Projekts konzentrieren. Der lästige Verwaltungskram bleibt der NÖ.Regional vorbehalten.

Die NÖ.Regional.GmbH verwaltet im Auftrag der NÖ Landesregierung den NÖ Kleinprojektefonds, der people-to-people Aktivitäten zwischen Niederösterreich, Oberösterreich, Südböhmen, Vysocina und Südmähren fördert. Wir unterstützen durch Beratung bei Einreichung, Antragstellung und Abrechnung. Der Kleinprojektefonds ist ein Projekt im Rahmen des Programms Interreg V-A AT-CZ und wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.