16. September 2019

Waldbrand in einem teilweise durch Munition einer ehemaligen Fabrik kontaminierten Gebiet! 3000 - 4000 Liter Wasser pro Minute werden zum Löschen benötigt - sind aber vor Ort nicht in der Menge verfügbar! 250 Feuerwehrleute aus dem Kreis Südmähren und Niederösterreich mussten zusammenarbeiten, trotz unterschiedlicher Sprache, Kommunikationssysteme und rechtlicher Grundlagen um den sich bereits auf 1 km² ausbreitenden Brand zu löschen. Glücklicherweise alles nur eine Übung. Eine Übung für den Ernstfall, die die Rettungscorps am 13. September 2019 bravourös grenzüberschreitend absolvierten. Ermöglicht wurde dies durch den NÖ Kleinprojektefonds, den die NÖ.Regional.GmbH verwaltet.

„Požár Boří les 2019“, unter diesem Titel fand am Freitag, dem 13. September, eine gemeinsame Waldbrandübung des Feuerwehr und Rettungscoprs des Kreises Südmähren und der Niederösterreichischen Feuerwehr statt, an der 250 Feuerwehrleute beider Länder teilnahmen. Die Übung wurde von den Kameraden der Feuerwehr Břeclav penibel vorbereitet und mit Vertretern der Niederösterreichischen Feuerwehr abgestimmt.

Übungsannahme war ein Waldbrand auf ein Länge von einem Kilometer in einem teilweise durch Munition einer ehemaligen Fabrik kontaminierten Gebiet. Für die Löscharbeiten sind etwa 3000 - 4000 Liter Wasser pro Minute erforderlich. Wasser, das vor Ort in dieser Menge aber nicht vorhanden ist. Deshalb wurde mit zwei Großpumpen Wasser aus der Thaya entnommen und über Schlauchleitungen über 1400 Meter bis zu einem Verladeplatz transportiert. Dort übernahmen Großtankwagen (je 8000 bis 9000 Liter Wassser Fassungsvermögen) den Wassertransport über die Straße zum Einsatzort. Die Brandbekämpfung im kontaminierten Gebiet wurde durch einen Hubschrauber der Polizei mit einem 800-Liter Korb und ein gepanzerten Spezialfahrzeug mit Selbstschutzeinrichtung durchgeführt.

Ein weiterer Aspekt dieser Übung war die Evaluierung des INTERREG-Projektes „grenzenlose Feuerwehr“ in dessen Rahmen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Feuerwehren aus Niederösterreich und der Tschechischen Republik sowohl bei Katastrophen und Großeinsätzen, aber auch im täglichen Leben vertieft wird. Hier geht es nicht nur um die Sprachbarriere die mit Hilfe von Dolmetschern überwunden wurde, sondern auch um Themen wie Kommunikation in verschiedenen Funknetzen und trotz unterschiedlicher Technik, übergreifende Hilfeleistung bei Störungen und Defekten, gemeinsame Einsatzleitung und Führungsstrukturen, aber auch um die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen.  

Die Aufarbeitung und detaillierte Analyse der Übung wird zirka eine Woche in Anspruch nehmen. Die Eindrücke vor Ort zeigten eine gelungene Übung, bei der das Übungsziel stabil über einige Stunden erreicht wurde. Die Zusammenarbeit ist auf gutem Weg zur Selbstverständlichkeit. Was auf alle Fälle klar wurde: wenn der gemeinsame Wille vorhanden ist, können die Feuerwehren Grenzen und Unterschiede erfolgreich überwinden und damit ihrer wesentlichsten Aufgabe, dem Schutz der Bevölkerung, besser nachkommen. 

Derartige Großübungen brauchen auch eine Finanzierung - und die erfolgte in diesem Fall, da sie grenzüberschreitend angelegt war, im Rahmen des NÖ Kleinprojektefonds. Unterstützung bei der Einreichung, Abrechnung und Finanzierung erhielten die beteiligten Feuerwehrorganisationen durch die NÖ.Regional.GmbH, die als stolzer Partner mit dabei war. Weitere Informationen zum Kleinprojektefonds und seine Möglichkeiten (incl. Erklärvideo) finden Sie hier.

Die NÖ.Regional.GmbH verwaltet im Auftrag der NÖ Landesregierung den NÖ Kleinprojektefonds, der people-to-people Aktivitäten zwischen Niederösterreich, Oberösterreich, Südböhmen, Vysocina und Südmähren fördert. Wir unterstützen durch Beratung bei Einreichung, Antragstellung und Abrechnung. Der Kleinprojektefonds ist ein Projekt im Rahmen des Programms Interreg V-A AT-CZ und wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.