16. Dezember 2020

Raum-, Standort- und Wirtschaftsentwicklung sind die obersten Ziele, der Kleinregion Ybbstal. 11 Projekte, die dies ermöglichen, wurden nun in einer Machbarkeitsstudie zusammengefasst. Bei dieser Studie handelt es sich um ein Kooperationsprojekt, an dem wichtige regionale Player zusammenarbeiteten: die Gemeinden der Kleinregion, die NÖ.Regional und die Eisenstraße Niederösterreich.

Die 10 Gemeinden der Kleinregion ziehen an einem Strang. Vorhandene Kräfte werden gebündelt um den Herausforderungen gerecht zu werden. „Wir erhalten und stärken den ländlichen Lebens- und Wirtschaftsraum“ ist das Ziel, das mit den folgenden 11 Entwicklungsprojekten erreicht werden soll:

1. Standortvermarktung

Das Ybbstal steht im Wettbewerb um Talente. Mit gezielter Standortvermarktung sollen neue Betriebe genauso wie Fachkräfte angezogen werden. Das Marketing muss dabei hochgradig nach außen wirksam werden. Erste Schritte sollen im Rahmen der Initiative „Get the Most“ von der Eisenstraße in Kooperation mit dem Beta-Campus und der Stadt Waidhofen an der Ybbs umgesetzt werden.

2. Vernetztes und aktives Recruiting

Wie schafft man es unternehmensübergreifend, dringend benötigte Fachkräfte zu rekrutieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Arbeitspakets und gemeinsam mit Firmenvertretern wurden Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.

3. InnovatorInnenbühne
Das Ybbstal ist „Heimat der Hidden Champions“: Um diese vor den Vorhang zu holen, ist eine InnovatorInnenbühne geplant, die Leistungen in unterschiedlichen Bereichen würdigt. Indem Pioniere und Innovatoren vorgestellt werden, soll auch eine Sogwirkung entstehen.

4. Cluster Interkommunaler Wirtschaftsparks
In diesem Arbeitspaket ging es um die Weiterentwicklung der Wirtschaftspark Ybbstal. Der Prozess der Erschließung weiterer interkommunaler Betriebsgebiete wurde begleitet, auch über künftige Organisationsformen wurde intensiv nachgedacht.

5. Ybbstaler Logistikzentrum
Viele Unternehmen kämpfen mit Herausforderungen im Bereich Logistik. Ausgehend von einer Idee von Eisenstraße-Themenfeldsprecher Markus Felber (Fuchs Metalltechnik) nahmen Unternehmensvertreter unter die Lupe, wie ein solches firmenübergreifendes Logistikzentrum aussehen könnte.

6. Raumplanungs- und Regionalentwicklungsverband
Inhaltliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zur Kooperation im Bereich der Örtlichen Raumplanung wurden eruiert und unterschiedliche Varianten der Zusammenarbeit diskutiert. Im nächsten Jahr wird eine Fachexkursion zum Thema Baurechtsverwaltung stattfinden und anschließend die Möglichkeit der interkommunalen Zusammenarbeit auf Ebene einer Verwaltungsgemeinschaft „Bauen“ erörtert.

7. Wasserversorgungsverband Kleinregion Ybbstal
Dem Thema Wasserversorgung vor allem für die Landwirtschaft, aber auch für Siedlungsgebiete, widmet sich dieses Teilprojekt. Wie wird die Wasserzukunft 2050 im Ybbstal aussehen? Mit dem Versuch einer Klärung dieser Frage beschäftigen sich aktuell mehrere AkteurInnen, unter anderem das Land NÖ und der Gemeindedienstleistungsverband Region Amstetten, der bereits das Projekt KLAR! Klimawandelanpassungsmodellregionen umsetzt. Im Zuge dessen wird auch das Thema Wasserversorgung als Schwerpunkt vorangetrieben.

8. Die Ybbs und wir – Leitbild Ybbs und Grünes Netz
Die Erstellung eines Leitbildes, um die vielfältigen Nutzungsansprüche an den Fluss Ybbs und seinen umgebenden Naturraum zu erfassen, steht im Fokus dieses Teilprojektes. Schützenswerte Landschaftsteile und potentielle grüne Freiräume in Siedlungsstrukturen sollen erhoben werden.

9. Interkommunales Siedlungsgebiet
Die Idee eines gemeindeübergreifenden Siedlungsprojektes mit einem innovativen Wohnkonzept wurde hier erörtert. Ähnlich dem Modell des Wirtschaftsparks Ybbstal soll in den kommenden Jahren die Entwicklung eines interkommunalen Siedlungsgebietes geprüft werden.

10. Regionaler Kommunikator
Wer könnte all die genannten Teilprojekte in der Region realisieren? Welche Kompetenzen braucht ein potentieller „regionaler Kommunikator“, um die Themen Flächenmanagement, Wohnraumentwicklung, Leerstand, Nachverdichtung, Raumpotentiale, … in der Region vorantreiben, koordinieren und die Gemeinden bei der Umsetzung von Maßnahmen unterstützen zu können?

11. Standortagentur Ybbstal
Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit ein „regionaler Kommunikator“, die genannten Teilprojekte realisieren kann? Welche Plattform ermöglicht es, die vorhandenen Energien und Kräfte zu bündeln und eine koordinierte Entwicklung der Region als Lebens- und Wirtschaftsstandort voranzutreiben?

Fachliche Unterstützung wurde von DI Josef Lueger (josef raumrezepte) eingeholt. Der Weg zur Umsetzung der 11 geplanten Projekte in den kommenden Jahren wurde 2020 in zahlreichen Kleinregionssitzungen und Workshops erarbeitet. Die wirtschaftsnahen Projekte wurden im Rahmen eines LEADER-Projekts der Eisenstraße Niederösterreich erarbeitet, das von der Europäischen Union und dem Land Niederösterreich kofinanziert wird. Die Projekte aus dem Bereich der Raumentwicklung wurden vom Land Niederösterreich, Abteilung Raumordnung und Gesamtverkehrsangelegenheiten aus dem Fördertopf für Kleinregionen finanziert (Fonds für Kleinregionen, Beratungsschecks).