Gemeinden vernetzen – Grenzen überschreiten
Nach der erfolgreichen Premiere 2016 lud die Kleinregion Mostviertel Ursprung am 8. Februar zum zweiten Vernetzungstreffen mit VetreterInnen ihrer oberösterreichischen Grenzgemeinden. Schwerpunkt des heurigen Informations- und Erfahrungsaustausches im Gemeindeamt in Behamberg war der Themenblock „Bildung, Soziales und Generationen“. Die NÖ.Regional.GmbH begleitet dieses Format.


Kleinregionsobmann, Bürgermeister Mag. Karl Stegh (5.v.l.) freut sich über das gelungene Vernetzungstreffen zwischen den nieder- und oberösterreichischen Nachbargemeinden.
© NÖ.Regional.GmbH/Haselsteiner


Die Zusammenarbeit zwischen den eingeladenen ober- und niederösterreichischen Grenzgemeinden funktioniert in vielen Bereiche schon sehr vorbildlich. Jedoch führt der österreichische Föderalismus gerade in Grenzregionen für Gemeinden und deren Bevölkerungen oftmals zu besonderen Herausforderungen.

Doch auf beiden Seiten der Enns und Donau zeigt man sich bemüht, diese Hindernisse abzubauen. Der gegenseitige Erfahrungs- und Informationsaustausch ist dabei nur ein erster wichtiger Schritt: Probleme, die auf kommunaler Ebene zu lösen sind, können so oftmals unbürokratisch und rasch gelöst werden. Jedoch gibt es auch eine Vielzahl an Themen, deren Lösung nur auf Bundeslandebene zu bewältigen ist. Jedoch versuchen die Gemeinden auch hier, eine gemeinsame Position zu finden und gemeinsam gegenüber Verantwortlichen auf Landesebene aufzutreten, um Verständnis zu erzeugen und letztendlich auch bestmögliche Lösungen zu finden.

Dass dieses Vernetzungstreffen ein sehr lösungsorientiertes Format ist, beweist der Rückblick auf 2016. Kleinregionsobmann, Bürgermeister Karl Stegh zieht dabei eine positive Bilanz des vergangenen Jahres: „Ein Hauptproblem, das 2016 besprochen wurde, konnte seitdem schon gelöst werden: Die Kommunikation und Verständigung der Blaulichtorganisationen über die Bundesländergrenzen hinweg war ein großes Problem, denn gerade im Ernstfall zählt jede Sekunde. Das wurde beim Vernetzungstreffen 2016 diskutiert und aufbauend auf den Gesprächen nach einer Lösung gesucht. Durch das Projekt Grenzalarm wird eine Lösung dieser Misere angestrebt: Durch die Übergabe von Digitalfunkgeräten sowie den Austausch und die Ergänzung von Gebäudedaten in Kooperation mit den Alarmzentralen in Linz und Amstetten soll die Einsatzzeit verbessert werden. Das kann zukünftig im Ernstfall Leben retten.“ Auch die Situation beim grenzübergreifenden Schulbusverkehr, die 2016 besprochen wurde, konnte seitdem für beide Seiten deutlich verbessert werden – etwa durch die gegenseitige Öffnung von Bushaltestellen für die unterschiedlichsten Verkehrslinien und -verbände.

Zur zweiten grenzüberschreitenden „Tafelrunde“ wurden neben den acht niederösterreichischen Kleinregionsgemeinden auch hochrangige VertreterInnen aus Steyr, Enns, St. Ulrich und Dietach begrüßt. Die Gemeinden Naarn, Kronstorf, Mauthausen sowie Mitterkirchen ließen sich heuer entschuldigen.
Der Diskussionsschwerpunkt 2017 lautete „Bildung, Soziales und Generationen“. Die Palette der diskutierten Themen war dabei durchaus vielfältig: Tagesmütter, Grenzüberschreitender Kindergarten- und Schulbesuch, Einsatz von StreetworkerInnen, SeniorInnenbetreuungseinrichtungen, psychiatrische und soziale Notdienste, Berufstrainings für SchülerInnen, Essen auf Rädern sowie Kinder-, Schüler- und Ferienbetreuung – um nur einige zu nennen.

So vielfältig die Themen auch waren, stand für die Anwesenden jedoch eines ganz klar fest: Für die Gemeinden sind das Wohl und die Gesundheit der Bevölkerung – sowohl physisch, psychisch wie auch sozial – wichtiger als Landesgrenzen. Durch die Schilderung alltäglicher Probleme und von Einzelschicksale wurde dabei oftmals augenscheinlich, zu welchen wilden Blüten es der Föderalismus manchmal treiben kann – oft zum Nachteil der Bevölkerung. Daher ist man bemüht, im Rahmen der Gesetze und der eigenen Möglichkeiten sowie durch eine engere Kooperation eine Verbesserung der Situation zu erzielen. Daher soll aufbauend auf den Gesprächen wieder nach Lösungen gesucht werden.

Der Wunsch nach einer Wiederholung des Formats wurde dabei von beiden Seiten der Enns und Donau bekräftigt. So möchte man auch in Zukunft nicht nur über den kommunalen, sondern auch über den föderalen Tellerrand schauen – gemäß dem Motto „Gemeinden vernetzen – Grenzen überschreiten“.

„Kleinregionen“ sind Plattformen, die rasche Abstimmung und Informationsaustausch zwischen Gemeinden und Land ermöglichen und mit ihren Projekten einen wichtigen Beitrag in der Regionalentwicklung leisten. Die NÖ.Regional.GmbH serviciert Kleinregionen und berät sie bei jeglichen kleinregionalen Aufgabenstellungen. Gemeinsam mit der Kleinregion Mostviertel Ursprung suchen wir nach regionalen, passgenauen Lösungen.




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