Neues Leben in alten Langenloiser Mauern
Leerstehende Gebäude sind schon grundsätzlich keine Augenweide. Findet man sie noch dazu im Ortszentrum, fühlen sich die BesucherInnen besonders unwohl. Dieser Tatsache war und ist sich auch Langenlois bewusst und hat aktiv und erfolgreich gegengesteuert: Vier Objekten wird wieder Leben eingehaucht – dank NÖ.Regional, Universität für Bodenkultur, der Wohnbauforschung und 10jährigem Langenloiser Engagement.


Wiener Straße 16: Auf dieser Liegenchaft besitzt die Gemeinde Langenlois ein altes Wohnhaus. Insgesamt entstehen hier im Ortszentrum 11 zeitgemäße Wohneinheiten. Drei im vorderen Gebäudeteil werden saniert und acht im hinteren Gebäudeteil neu errichtet.
© Stadtgemeinde Langenlois/Paur


Alles begann mit vielen leerstehenden Objekten im Waldviertel, die wieder zu neuem Leben erweckt werden sollten. „Leben in alten Mauern“ ist ein Projekt der Wohnbauforschung und setzt sich zum Ziel, mehr über die Ursache von Leerstand zu erfahren sowie Nutzungsmöglichkeiten dafür zu erarbeiten. Am Projekt selbst sind neben dem Financier Wohnbauforschung die Universität für Bodenkultur (BOKU) als Projektleiter sowie die NÖ.Regional.GmbH als „Analystin“ beteiligt. Die NÖ.Regional wurde damit beauftragt, leerstehende Objekte in den vier Waldviertler Gemeinden Reingers, Langenlois, Meiseldorf und Waidhofen/Thaya zu erheben. Heute schauen wir uns an, was in Langenlois erreicht werden konnte.

Mit’n Red’n kommen die Leut z’samm, das hat sich auch die BOKU gedacht und mit den EigentümerInnen in zwei Workshops über die Ursachen gesprochen, die für den Leerstand verantwortlich sind. Wie beabsichtigt hat man sich auch gemeinsam überlegt, wie diese Gebäude wieder genutzt werden könnten. Von der Ursachenforschung bis zur Lösung dauert es aber meistens. Damit relativ schnell Land in Sicht ist, ist auch ein Architektenteam mit an Projektbord, das für insgesamt vier Langenloiser Objekte Entwürfe gemacht hat, wobei Wohnen, Büro- und Geschäftsflächen die Haupt“zutaten“ sind.

Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav ist in zweifacher Hinsicht erfreut: „Die NÖ.Regional ist die erste Adresse, wenn es um die Beseitigung von Leerstand geht. Es zeigt sich nicht nur in Langenlois, dass man einen Moderator und Prozessbegleiter braucht, der die Leute zusammenbringt und hilft, gemeinsam Lösungen zu finden. Ich komme in diesem Zusammenhang immer wieder auf Wolkersdorf zu sprechen, wo es heute wieder reges Leben im Zentrum gibt und die Geschäfte im wahrsten Sinne des Wortes blühen. Das sind Erfolge, die mich als Wirtschaftslandesrätin und für ‚meine‘ NÖ.Regional besonders freuen. Es gibt sie noch, die Erfolgsrezepte: Engagement, Vision, Knowhow und die steuernde Hand.“

Der Langenloiser Bürgermeister Hubert Meisl bilanziert positiv und würde aus Langenloiser Sicht wieder bei einem solchen Projekt mitmachen: „Die Kooperation mit den Eigentümern hat sehr gut funktioniert, der Prozess wurde gut gesteuert und die Ergebnisse stimmen auch. Wir werden die Leerstände zum Großteil für Wohnzwecke, aber auch für Büros und Geschäfte nutzen. In Langenlois geht’s aber auch ohne Studien und extra Projekte, denn wir beschreiten seit 10 Jahren den Weg, Leerstände zu revitalisieren und nutzbar zu machen. Seither ist es uns gelungen, cirka 80 Wohnungseinheiten zu schaffen. Erforderlich waren auch Abrisse, um Parkräume oder verbesserte Verkehrsanbindungen zu schaffen.“ Wobei wir wieder beim Thema Vision und Engagement wären.

Neues Wohnen und Geschäftsflächen in Langenlois – Adressen und Entwürfe

Um eine Vorstellung zu bekommen, wo sich die vier derzeit – ganz oder teilweise - leerstehenden Objekte in Langenlois befinden und welche Nutzungsvorschläge im Projekt gemacht wurden, beschreiben wir sie in aller Kürze.

Werfen wir einen Blick ins Stadtzentrum. Am Kirchenplatz 9 bleiben die im Untergeschoss befindlichen Geschäftsflächen erhalten, im Obergeschoß entstehen auf den derzeitigen Wohnflächen Mietwohnungen. Der Eigentümer hat bereits intensive Umbauarbeiten getätigt, die derzeit wegen der schwierigen Beschaffenheit – beispielsweise ist die Wendeltreppe ins Obergeschoß zu steil bzw. eng –ins Stocken geraten ist. Die Arbeiten gehen erst im Herbst weiter und die Einheiten können nicht vergeben werden, solange die baulichen Probleme nicht gelöst sind.

In der Wienerstraße 3 wird der vordere Teil eines Altbaus mit historischer Fassade und seinem Charme erhalten. Direkt angebaut wird ein Neubau mit vier Wohneinheiten, wovon ein bis zwei voraussichtlich als Büros vergeben werden. Ein paar Häuser weiter, in der Wienerstraße 16, besitzt die Gemeinde Langenlois ein altes Wohnhaus. Insgesamt entstehen hier im Ortszentrum 11 zeitgemäße Wohneinheiten. Drei im vorderen Gebäudeteil werden saniert und acht im hinteren Gebäudeteil neu errichtet. Hier wird versucht, den Architektenentwurf umzusetzen.

Fraglich ist derzeit noch die Nutzungen des Objekts in der Bahnstraße 5. Das Gebäude ist nicht mehr gut erhalten. Es stehen Überlegungen im Raum, das Gebäude komplett zu entkernen und einen variabel nutzbaren Mehrzweckraum unter Einbeziehung des Dachraumes zu schaffen.




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